Kurz vor der EZB-Sitzung und erneuten Anleiheemissionen durch Italien und Spanien ist die Kauflaune der Anleger gedämpft. Nach den Gewinnen vom Vortag schließt der deutsche Leitindex mit leichten Verlusten.
Nach den starken Gewinnen vom Vortag haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Der DAX sank um 0,2 Prozent auf 6152 Punkte, der EuroStoxx fiel um 0,6 Prozent. "Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag und der Emission neuer Anleihen aus Italien und Spanien will niemand ein zu großes Risiko eingehen", begründete ein Händler die geringe Kauflaune der Anleger.
Am Dienstag hatte der DAX bei ungewöhnlich hohem Umsatz 2,4 Prozent zugelegt. Händler hatten dies mit der Bilanz des US-Aluminiumkonzerns Alcoa begründet. "Im Nachhinein betrachtet war das sicher übertrieben, so überzeugend waren die Zahlen von
Alcoa gar nicht", sagte ein Händler.
Die Beratungen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti am Mittwoch hätten die Euro-Schuldenkrise in den Vordergrund gerückt. Merkel sagte, schnellere Einzahlungen in den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM wären für die Märkte ein gutes Signal. "Das scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein", erklärte ein Händler.
Finanzwerte teils mit Kursgewinnen
Den DAX vermochte das nur kurzfristig anzuschieben. Viele Anleger wollen die Emission von Anleihen der beiden hoch verschuldeten Euro-Staaten Spanien und Italien am Donnerstag abwarten. Zudem findet turnusmäßig am Donnerstag die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Nach den Zinssenkungen im November und Dezember und den umfassenden Hilfsmaßnahmen für die Euro-Banken rechnen Analysten überwiegend nicht mit neuerlichen Schritten der EZB.
Ungeachtet des etwas leichteren Trends des Gesamtmarkts präsentierten sich die Finanzwerte am Mittwoch teils mit Kursgewinnen. Vor allem die Aktien und Bezugsrechte der italienischen Unicredit holten nach dem Kurssturz vom Montag im Sog der Kapitalerhöhung weiter auf: die Aktien gewannen 5,5 Prozent, die Bezugsrechte 36 Prozent. Im DAX sprangen Commerzbank-Aktien mit einem Plus von fünf Prozent an die Spitze. Großaktionär Allianz springt dem Geldhaus Finanzkreisen zufolge in der Not bei und ist grundsätzlich zu einer Anpassung seiner stillen Einlage bereit.
Allianz legten 1,3 Prozent zu. Wie bei vielen europäischen Banken klafft bei der Commerzbank eine Kapitallücke.
Die Aktien der Deutschen Bank kletterten um 1,7 Prozent nach oben. Die französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas stiegen in Paris um je rund ein Prozent.
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