Der
DAX beendete den Tag nach einem erneut sehr dünnen Handel 0,9 Prozent im Minus bei 5800,24 Punkten. Der Umsatz war mit 3 Mrd. Euro um rund ein Viertel niedriger als im Durchschnitt der vergangenen 90 Tage. Es war zugleich einer der umsatzschwächsten kleinen Verfallstage der vergangenen Jahre. Auf Wochensicht verlor der deutsche Leitindex 4,2 Prozent. Der
EuroStoxx50 fiel am Freitag um 0,1 Prozent auf 2240 Punkte. An den US-Börsen notierten die wichtigsten Indizes uneinheitlich.
Die Papiere des einzigen europäischen Carbonfaser-Herstellers,
SGL Carbon legten im
MDAX um bis zu 7,8 Prozent zu, schlossen aber mit einem Plus von 1,2 Prozent. Auslöser für die zeitweise hohe Nachfrage war die Mitteilung von
BMW, wonach sich der Münchener Autobauer gut 15 Prozent der Stimmanteile an SGL gesichert hat. "Hier wird auf einen Bieterwettbewerb zwischen
BMW und
VW spekuliert", sagte ein Analyst.
Volkswagen war bereits im Februar bei den Carbonfaser-Hersteller eingestiegen. Die Aktien der Münchner und Wolfsburger Autobauer schlossen 1,7 beziehungsweise 1,9 Prozent im Minus.
Für
BMW könnte es billiger werden, eine Karbonfaserfabrik "auf der grünen Wiese" zu bauen, als sich auf einen Bieterwettbewerb einzulassen, sagte der Analyst. Die Investmentgesellschaft von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, Skion, hält laut Daten der Nachrichtenagentur Reuters 28,30 Prozent an SGL. BMW-Konkurrent
VW kommt demnach auf 7,9 Prozent. Der Schritt der Motorenwerke dürfte die Münchner rund 450 Mio.Euro gekostet haben.
Italien, Frankreich und Spanien machen nervös
Am Gesamtmarkt hatten die Anleger erneut vor allem die hohen Anleiherenditen der Länder Italiens, Frankreichs und Spaniens im Blick. Investoren fürchten, dass sich die Finanzierungsprobleme wie ein Flächenbrand ausbreiten könnten. "Die Nervosität ist groß, die meisten sehen derzeit keinen Grund, warum sie in einem so unsicheren Umfeld auf Aktien setzen sollten", sagte ein Händler.
Für neue Unruhe hatte am Donnerstag die Auktion spanischer und französischer Bonds gesorgt. Beide Länder konnten sich nur zu deutlich höheren Zinsen frisches Geld am Markt besorgen. Spanien musste den Anlegern fast sieben Prozent Rendite bieten und nähert sich damit bedrohlich der Marke, ab der sein Schuldendienst zu teuer wird.
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