Der DAX gewann 0,9 Prozent auf 6222 Punkte. Der Stoxx 50 notierte 0,9 Prozent fester bei 2578 Zählern. Der Londoner FTSE 100 legte um 1,2 Prozent auf 5494 Punkte zu und der CAC 40 in Paris gewann 1,2 Prozent auf 3722 Punkte.
Positive US-Konjunkturdaten hoben die Stimmung an den europäischen Märkten. In der zurückliegenden Woche stellten so wenige Amerikaner erstmalig einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit zwei Monaten nicht mehr. Die Zahl fiel auf 451.000. Das teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Das waren 27.000 weniger als in der Vorwoche und zugleich so wenige wie seit Anfang Juli nicht mehr. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 470.000 Anträgen gerechnet. "Das ist ein gutes Zeichen für den Arbeitsmarkt", sagte der Chefstratege von BTIG, Michael O'Rourke zu den Daten.
Zudem sank das US-Handelsbilanzdefizit im Juli stärker als erwartet. Während die Einfuhren rückläufig waren, kletterten die Exporte auf den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren.
Ordentlich zulegen konnten Bankentitel, die in den vergangenen zwei Tagen wegen der Sorge vor schärferen Eigenkapitalregeln verloren hatten. Die
Commerzbank -Aktie lag mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent an der DAX-Spitze, die Titel von
Barclays und
Société Générale gewannen fünf und 3,4 Prozent.
"Wir haben großen Aufholbedarf, da diese Titel in den letzten Tagen zu sehr gelitten haben", sagte Aktienstratege Volker Schindler von ICF Kursmakler FTD.de. Der Branchenindex Stoxx Banks notierte zwei Prozent fester und übertraf damit alle übrigen Sektoren.
Händler sagten, das Vertrauen kehre zurück. "Wir beginnen zu verstehen, dass die Baseler Konferenz am Wochenende nicht unbedingt einen nachteiligen Effekt auf die einzelnen Institute haben wird", sagte ein Aktienhändler.
Der Nutzfahrzeughersteller
MAN legte 2,4 Prozent zu. Einer Branchenstudie zufolge könnte der weltweite LKW-Markt bis 2014 auf 1,8 Mio. Fahrzeuge jährlich wachsen, wobei insbesondere eine hohe Nachfrage aus China die Produktion hoch halten dürfte. Das geht aus einer aktuellen Studie von Alix Partners hervor.
Die Papiere von
Beiersdorf gewannen 1,4 Prozent. Händler sprachen von Übernahmefantasie für den Konsumgüterhersteller, nachdem ein Analyst der
Deutschen Bank mögliche Zukaufspläne des US-Konzerns
Procter & Gamble hervorhob und
Beiersdorf als Top-Kandidaten ins Spiel brachte.
Die
RWE -Aktie verlor 0,7 Prozent, das Eon -Papier gab 0,5 Prozent nach. In Regierungskreisen und von Koalitionspolitikern wurden Medienberichte bestätigt, wonach die Abgabe für die Verlängerung der Laufzeit über die vereinbarten neun Euro pro erzeugter Megawattstunde Atomstrom hinaus steigt, wenn der Strompreis nach 2017 zulegen sollte. Solch eine flexible Regelung dürfte das Gewinnpotenzial der Versorger langfristig schmälern, schrieben die Analysten von
Merck Finck & Co in einem Marktkommentar. "Wichtig wäre, dass jetzt eindeutig geklärt wird, was der Atom-Entscheid letztlich kostet", sagte ein Börsianer. Die anhaltende Unsicherheit biete Raum für Spekulationen und belaste die Aktien.
Die Aktie des Versicherers
AXA fiel um 0,8 Prozent. Regulierungsbehörden hatten zum zweiten Mal eine 12,2-Mrd.-Dollar-Übernahme von der
Axa Asia Pacific Holding durch die National Australia Bank blockiert.
Diesen Artikel bookmarken bei...