Das schlechte US-Konsumklima lässt die Ängste der Anleger wachsen, der DAX schloss leicht im Minus. Die großen Verlierer sind Versorger wie Eon oder
RWE.
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben verschnupft auf das raue Konsumklima in den USA reagiert. Der DAX schloss am Dienstag 0,5 Prozent im Minus bei 5644 Zählern, nachdem er in Reaktion auf die US-Daten bis zu 1,7 Prozent abgerutscht war. Vor Veröffentlichung der US-Zahlen hatte der Leitindex nur leicht unter seinem Vortagesschluss notiert. Der Index des Forschungsinstituts Conference Board für das Verbrauchervertrauen brach im August auf 44,5 Punkte ein und war damit so niedrig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.
"Das Risiko einer Rezession in den USA steigt", sagte Lothar Heßler von
HSBC Trinkaus. Postbank-Analyst Heinrich
Bayer kommentierte: "Da kann man mit Blick auf den privaten Verbrauch fast nur noch hoffen, dass die Amerikaner zum Frust-Shoppen gehen. Zuzutrauen wäre es ihnen, wenn man den am Montag gemeldeten starken Anstieg des Konsums im Juli zum Vergleich nimmt." Die US-Börsen gaben nach Veröffentlichung der Daten am Dienstag zunächst ebenfalls nach, erholten sich dann aber wieder. Der EuroStoxx50 schloss 0,1 Prozent schwächer.
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Das Thema Rezession rückte auch diesseits des Atlantiks erneut ins Bewusstsein der Börsianer. Der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) zufolge wächst die Gefahr eines Konjunkturabschwungs auch in Europa. "Die Abwärtsrisiken sind erheblich", sagte S&P-Chefvolkswirt Jean-Michel Six. Die Daten der EU-Kommission zum Wirtschaftsklima in der Euro-Zone trübten sich im August deutlicher ein als erwartet.
Daneben kam die Auktion italienischer Anleihen Händlern zufolge nicht gut an. "Die Überzeichnung ist nicht sehr hoch, da scheint der Markt leicht enttäuscht zu sein", stellte Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, fest. Entscheidend sei aber, dass die Renditen gegenüber der letzten Auktion heruntergekommen seien. Das spreche für eine gewisse Normalisierung. Steigen die Renditen, wird die Finanzierung für das Land teurer.
Bei der Emission von zehnjährigen Papieren lag die Rendite bei 5,22 Prozent. Bei der vorigen Auktion Ende Juli hatte die Bruttorendite mit 5,77 Prozent noch den höchsten Wert seit elf Jahren markiert. Italien platzierte insgesamt Anleihen im Gesamtvolumen von 7,7 Mrd. Euro. Der Mailänder Leitindex gab um 0,8 Prozent nach. Angesichts der erneuten Diskussion über die Inhalte des milliardenschweren Sparpakets war Italien ohnehin schon ins Blickfeld der Anleger gerückt.
Im DAX gingen die Bankenwerte uneinheitlich aus dem Handel. Die Deutsche Bank schloss 0,4 Prozent fester bei 27,49 Euro, die Commerzbank verlor 0,1 Prozent auf 2,03 Euro.
Deutsche Bank und
Commerzbank haben seit Monatsbeginn knapp 29 beziehungsweise 23 Prozent an Wert verloren.
Der europäische Bankenindex hielt sich indes mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent im Plus. Dazu trugen vor allem die deutlichen Kursgewinne bei den Aktien britischer Banken bei. Eine Kaufempfehlung der
Deutschen Bank für die Royal Bank of Scotland (
RBS) trieb die Titel des unter staatlicher Kontrolle stehenden Geldhauses um acht Prozent auf 23,80 Pence nach oben. Die Aktien von Lloyds und Barclays stiegen um jeweils 7,4 und 6,7 Prozent. Gestützt von diesen Aufschlägen legte der Londoner Leitindex "Footsie" um 2,7 Prozent zu. Die Analysten der
Deutschen Bank stuften
RBS auf "buy" von "hold" herauf und lobten die Konzentration des Managements auf das Kerngeschäft.
Größte Verlierer im deutschen Leitindex waren die Versorger, nachdem sie am Montag kräftig zugelegt hatten. Eon sackte um 2,5 Prozent auf 14,72 Euro ab, RWE um 2,8 Prozent auf 25,23 Euro.
Auf der Gewinnerseite standen die Papiere der Lufthansa mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 11,15 Euro ganz oben. Konzernchef Christoph Franz bestätigte die Gewinnprognose für dieses Jahr und will die Abspaltung von defizitären Geschäften prüfen.
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