Der DAX fiel um 1 Prozent auf 6149 Punkte. Der CAC 40 in Paris verlor 1,4 Prozent auf 3581 Zähler und der FTSE 100 in London notierte mit Minus 0,8 Prozent bei 5211 Punkten. Der Stoxx 50 gab 1,3 Prozent auf 2455 Punkte nach.
Die europäischen Börsen zeigten sich nach einem stabilen Tag schockiert vom Konjunkturindex der US-Notenbank in Philadelphia, der nach acht Punkten im Vormonat im Juli auf 5,1 Punkte gefallen war. Erwartet wurde ein Anstieg auf 10 Punkte. "Nach dem deutlichen Rückgang beim Empire-State-Index trägt auch der gesunkene Philly-Fed-Index zu den Konjunktursorgen bei", sagte Analystin Viola Storck von der Helaba.
Die guten Quartalszahlen von JP Morgan gaben den europäischen Börsen nur bis nachmittags Auftrieb. Die US-Bank übertraf die Erwartungen dank einer geringeren Risikovorsorge deutlich: Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Reingewinn von 4,8 Mrd. Dollar oder 1,09 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem Überschuss von nur 71 Cent je Aktie gerechnet.
Einen Teil seiner Gewinne musste der DAX jedoch schon nach Veröffentlichung gemischt ausgefallener US-Konjunkturdaten abgeben. Während die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche zurückging, brach der Index für das verarbeitende Gewerbe im US-Bundesstaat New York ("Empire-State-Index") ein. Die US-Erzeugerpreise waren unerwartet deutlich gesunken.
Der am Mittwoch nach dem europäischen Börsenschluss veröffentlichte pessimistische Ausblick der US-Notenbank drückte den DAX am Morgen leicht ins Minus. Die Währungshüter hatten auf ihrem Treffen Ende Juni laut Protokoll über zusätzliche Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft diskutiert, falls sich die wirtschaftlichen Perspektiven weiter eintrüben sollten.
Zugleich revidierte das Gremium seine Wachstumsprognose für dieses Jahr leicht nach unten. Die Zentralbanker rechnen nun mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr in einer Spanne von drei bis 3,5 Prozent. Bislang wurden 3,2 bis 3,7 Prozent in Aussicht gestellt.
An der Spitze des DAX glänzten Autowerte. BMW legte 1,7 Prozent auf 42,26 Euro zu, Daimler schaffte zeitweise ein Plus von 1,2 Prozent. rutschte aber zu Börsenschluss auf ein Minus von 0,6 Prozent ab. Auf der Verliererliste gab die Aktie von Infineon um 3,4 Prozent nach. Sie verlor damit einen Teil ihrer Vortagesgewinne. Die Aktien der Deutsche Bank verloren 2,5 Prozent. DieLufthansa- Aktie notierte 0,3 Prozent schwächer. Der Konzern hatte angekündigt, die Flugsteuer auf bis zu 26 Euro pro Ticket anzuheben. "Die höheren Steuern haben Auswirkungen auf die Ticketpreise für Businessflieger", sagte Wertpapierhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. Die Lufthansa-Aktie falle im Vergleich zu Konkurrenten stärker ab, da sich die höheren Steuern vor allem auf Vielflieger auswirkten.
Die Absichten des Energiekonzerns RWE, als erster deutscher Versorger Ladesäulen für Elektroautos im Ausland zu bauen, halfen der Akte nicht. Das Papier sank um 0,7 Prozent.
Im europäischen Stoxx 50 steht das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent auf Platz 1. Der Aktie gab die Nachricht Auftrieb, dass das umstrittene Diabetes-Mittel Avandia weiter in den USA verkauft werden kann.
Auf der Verliererseite notierte die Bergbaugesellschaft Rio Tinto mit einem Minus von 3,3 Prozent auf 3030 Pence. Die Analysten der
Deutschen Bank hatte den Wert der Aktie von 4146 Pence auf 4123 Pence herabgestuft.
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