Nach Ansicht der Analysten der
Royal Bank of Scotland (
RBS) dürfte 2010 für einige Staaten ein ungemütliches Jahr werden: Insgesamt 14 Ländern steht laut einer aktuellen Studie der Bank mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden zwölf Monaten eine Schuldenkrise bevor. Ungarn, Island, Lettland, Rumänien und die Ukraine befinden sich auf der Liste, weil sie alle in den vergangenen anderthalb Jahren den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Kredite bitten mussten. Bulgarien, Estland, Litauen, Kroatien und Bahrain konnten das zwar bislang vermeiden. Sie alle drücken aber Auslandsschulden, die gemessen am Bruttoinlandsprodukt bei deutlich über 50 Prozent liegen. Die größte Überraschung auf der RBS-Liste ist Polen: Das größte osteuropäische EU-Mitglied zählt für die RBS-Analysten ebenfalls zu den gefährdeten Staaten, da es bei hohen Auslandsschulden nur über eine vergleichsweise geringe Menge an Devisenreserven verfüge. Auch die Verschuldungssituation im Libanon, in Kasachstan und Panama halten die Analysten für bedenklich.
Damit steht nur ein einziges lateinamerikanisches Land auf der Liste, dass Gros der gefährdeten Staaten stammt dagegen aus Osteuropa. Der Grund: Vor allem osteuropäische Länder hatten hohe Summen an Fremdwährungskrediten aufgenommen, nach Ausbruch der Finanzkrise aber Schwierigkeiten bei der Rückzahlung. Die RBS-Analysten warnen in ihrer Studie allerdings davor, allein die Finanzkrise für die schwierige Situation der Staaten verantwortlich zu machen. Einige Länder hätten durch eine verfehlte Finanzpolitik ihre schwierige Haushaltslage selbst verursacht.
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