Marktberichte

US-Notenbank Bernanke lässt sich Zeit und der Fed alle Optionen

[18:20, 26.08.11]

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Der Notenbankchef will frühestens im September über eine weitere Lockerung der Geldpolitik entscheiden. Gleichzeitig zeigt er sich enttäuscht über das schwache Wirtschaftswachstum. Die Anleger zeigten sich mit der Vertagung zufrieden.


Ben Bernanke (135x105)

 Ben Bernanke (135x105)

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat die Entscheidung über weitere Konjunkturhilfen der Fed vertagt. Die Notenbank werde auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses im September über eine weitere Lockerung der Geldpolitik beraten, sagte Bernanke am Freitag auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Dazu werde das Treffen auf zwei Tage verlängert.

Viele Marktteilnehmer hatten gehofft, dass Bernanke wie auf der Jackson-Hole-Konferenz vor einem Jahr bereits klare Aussagen über ein neues Konjunkturprogramm machen würde. Die Wall Street reagierte deshalb zunächst enttäuscht, fing sich aber schnell wieder. Nach einem vorübergehenden Einbruch von zwei Prozent drehten der  Dow Jones und der breiter gefasste  S&P 500 deutlich ins Plus.

Dow Jones
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
969420
Stand
0,00
Veränd. z. Vortag
0,00 %

Bernanke betonte, die Notenbank sei "bereit, ihre Werkzeuge wenn angemessen einzusetzen, um den Aufschwung zu beflügeln". Zu der viel diskutierten Frage, ob die Notenbank ein neues Kaufprogramm für US-Staatsanleihen auflegen wird, äußerte sich der Fed-Chef allerdings nicht.

Die Kurse der Papiere gaben deshalb nach. Die Renditen zehnjähriger Treasuries, die sich gegenläufig zu den Preisen bewegen, stiegen von einem Tagestief bei 2,12 auf bis zu 2,24 Prozent.

Gold und Dollar auf Achterbahnfahrt

Der Goldpreis ging auf Achterbahnfahrt: Unmittelbar nach Bernankes Ansprache fiel der Kurs des gelben Edelmetalls auf ein Tagestief von 1765 Dollar, um wenig später auf ein Hoch von 1794 Dollar emporzuschnellen. Gold ist nicht nur als sicherer Hafen, sondern auch als Inflationsschutz gefragt. Bernankes Absage an eine sofortige Lockerung der Geldpolitik sorgte deshalb zunächst für Verkäufe. Da die Notenbank aber im Herbst über mögliche Konjunkturhilfen beraten will, erholte sich die Notierung schnell wieder.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich beim Dollar-Wechselkurs: In einer ersten Reaktion stieg der Greenback gegenüber dem  Euro, weil eine Dollar-Schwemme vorerst ausbleibt. Der Euro machte seine Verluste aber schnell wieder wett, weil Bernanke für die Zukunft nichts ausschloss.

An der Frankfurter Börse überwog deutlich die Einschätzung, dass neue Konjunkturhilfen der Fed nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sind: Der  DAX kletterte nach der Rede um rund 100 Punkte und halbierte seine Verluste gegenüber dem Vortag. Der deutsche Leitindex schloss 0,8 Prozent im Minus bei 5537 Punkten.


 

© 2011 ftd.de, © Illustration: Bloomberg

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