Mit der Erholungsrally ist es seit Freitagabend wieder vorbei. In der kommenden Woche beschäftigt die Anleger nicht nur der Fortgang der europäischen Schuldenkrise - aus den USA kommen wichtige Konjunkturdaten.
Die Konjunktur erholt sich ein bisschen, die Notenbanker versprechen scheinbar ewige Liquidität - trotzdem geht der Rally an den Aktienmärkten die Puste aus. Der DAX schloss am Freitagabend 0,4 Prozent im Minus. Auf Wochensicht stieg der deutsche Leitindex allerdings um 1,7 Prozent auf 6511 Punkte. So hoch stand der Leitindex zuletzt Anfang August - also als gerade die große Euro-Panik ausbrach.
Dennoch wimmelt es in den Wochenausblicken der Analysten vor Warnhinweisen: "Der Markt ist überkauft und erschöpft und bedarf einer Korrektur", schreibt Michael Harbisch, Chefstratege der Frankfurt-Dependance von Jefferies. Die jüngste Erleichterungsrally "dürfte von einer Konsolidierung abgelöst werden", heißt es bei Metzler. Die Analysten der LB Berlin nennen den momentanen Zustand eine "überkaufte Marktverfassung".
Allein in diesem Jahr hat der DAX rund zehn Prozent zugelegt, seit dem September-Tief sind es gut 28 Prozent. In den USA sieht es nur wenig schlecher aus, dort hat der S&P 500 seit vorigen Herbst knapp 20 Prozent hinzugewonnen.
Die Mitteilung der US-Notenbank Fed, die Zinsen bis mindestens Ende 2014 niedrigzuhalten, hatte die globalen Aktienbörsen vergangene Woche weiter nach oben getrieben. Die relative Ruhe an der Griechen-Front und ermutigende Konjunkturdaten taten ein Übriges. So stieg zum Beispiel der Ifo-Indikator leicht an - ein Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft vielleicht doch nicht in die Rezession rutscht.
Am Freitag schloss allerdings auch die Wall Street schwächer: Der S&P 600 gab um 0,2 Prozent nach. Der Standardwerte-Index Dow Jones fiel um 0,6 Prozent. Die Märkte reagierten enttäuscht auf die jüngsten Zahlen zur US-Konjunktur: Zwar wuchs die weltgrößte Volkswirtschaft im vierten Quartal mit einer annualisierten Rate von 2,8 Prozent, so schnell wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Die Anleger hatten sich aber noch mehr erhofft, weil Experten eine Wachstumsrate von drei Prozent vorausgesagt hatten.
Analysten erwarten weitere Erholung am US-Arbeitsmarkt
Auch in der kommenden Woche schauen die Aktienmärkte auf die Konjunkturdaten aus den USA. Am Mittwoch kommt der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe. Am Freitag werden die monatlichen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass im Januar per saldo 167.000 neue Jobs geschaffen wurden. Im Dezember waren es noch 200.000 gewesen. Bereits am Mittwoch liefert der Bericht der privaten Arbeitsagentur ADP einen Vorgeschmack.
"Die Indikatoren zum amerikanischen Arbeitsmarkt und die Lage im verarbeitenden Gewerbe sollten belegen, dass die US-Wirtschaft weiter mit moderatem Tempo wächst", prognostizierte Commerzbank-Analyst Christoph Balz. Etwas pessimistischer äußert sich die britische HSBC: "Die hohe Dynamik am US-Arbeitsmarkt dürfte kaum aufrecht zu erhalten sein." Die Bilanzsaison hat bislang nur geringe Auswirkungen auf den Gesamtmarkt. In Deutschland kommen am Donnerstag die ersten Zahlen von Finanzschwergewichten - von der
Deutschen Bank und der
Münchener Rück.
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