Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal
libra-invest. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”
da war ich hier in der vergangene Woche mit meiner kurzfristigen Einschätzung wohl zu vorsichtig als ich schrieb, dass wir jetzt in einen starken Widerstandsbereich hineinlaufen würden. Ganz ehrlich habe ich nicht damit gerechnet, dass wir nach der Serie von freundlichen Tagen im DAX gleich im ersten Anlauf die immense Hürde der 200-Tage-Linie knacken würden. Immerhin ist diese gleitende Durchschnittslinie für viele Beobachter die Demarkationslinie zwischen Hausse und Baisse. Hier entscheidet sich, ob das berühmte Glas halbleer oder eher halbvoll ist. Falls wir uns in den kommenden Tagen oberhalb dieser Linie halten und sich keine Bullenfalle entwickelt, wird es für viele Analysten sehr schwierig werden, nach wie vor lediglich von einer Erholung im intakten Bärenmarkt zu sprechen. Dann werden wir Investoren uns in den kommenden Wochen an eine völlige andere Terminologie gewöhnen dürfen, die in den vergangenen Monaten vollkommen verdrängt worden ist. Denn bekanntlich machen die Kurse die Schlagzeilen und nicht umgekehrt. Falls wir uns in den kommenden Tagen im DAX ähnlich wie in anderen bedeutenden Indizes oberhalb der 200-Tage-Linie stabilisieren, dann haben die Bären nur noch einen bescheidenen Trumpf im Ärmel. Nämlich das Argument, dass die wichtige Durchschnittsline fällt und nicht ansteigt.
Bekanntlich ähneln kurzfristige Kursprognosen dem berühmten Wurf einer Münze. Mittel- und längerfristige Kurstrends und Börsenentwicklungen sind aber meiner Meinung nach sehr wohl möglich, obwohl die Banken und die Fondsindustrie große Werbebudgets locker machen, um Sie vom Gegenteil zu überzeugen. Im gewissen Rahmen ist meiner Meinung nach Market-Timing eben doch möglich. Jedenfalls wenn man nicht den Anspruch hat, die exakten Hoch- und Tiefpunkte zu erraten, und diesen vermeintlichen Nachteil gegen etwas mehr Sicherheit einzutauschen bereit ist. Da ich wie oben erwähnt für die abgelaufene Woche etwas zu pessimistisch war, ohne meinen längerfristigen Optimismus zu verleugnen, zeige ich Ihnen heute ausschließlich übergeordnete Hinweise, die auf eine weitere Erholung der Indizes deuten.
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