Buhl

Klaus Buhl Zuckerbrot und Peitsche

[11:00, 23.12.11]

Seite 1 | 2 | 3 | 4

Klaus Buhl

 Klaus Buhl

Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal  libra-invest. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. Ein kostenloser Newsletter informiert regelmäßig über neue Entwicklungen. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”


Liebe Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Woche wurden die Märkte zur Abwechslung einmal nicht durch unüberlegte Äußerungen von Politikern, sondern hochoffiziell von der EZB durcheinander gewirbelt. Denn kaum waren die Drohungen der Ratingagenturen am Parkett verdaut und das kleine, aber tapfere Häuflein der Bullen wieder sortiert, verschreckte die EZB die Börsianer. Im Finanzmarktstabilitätsbericht verglich die EZB die aktuellen Spannungen im Euroraum mit der Kreditklemme nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 und festigte dadurch das Lager der Konjunktur-Pessimisten. Kein Wunder also, dass in den vergangenen Tagen praktisch jede Erholung wieder verkauft und im Keim erstickt wurde. Und dies, obwohl wir uns inmitten der statistisch erfolgreichsten Handelsspanne zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar befinden. In diesem Zeitraum ist entsprechend dem 3. Jahr des Präsidentschaftszyklus, in dem wir uns befinden, mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80 % mit Kurssteigerungen zu rechnen. Den zweiten Paukenschlag vollzog die EZB Mitte der Woche, als sie fast 500 Mrd. Euro zu einem Zins von nur einem Prozent für eine Laufzeit von drei Jahren an die klammen Banken verteilten.

Diese Flutung der Märkte mit Liquidität hat offenbar das Potential, nun doch noch die von vielen ersehnte Jahresend-Rallye auszulösen. Denn das Motiv der EZB ist nicht nur, die Banken zu kapitalisieren und zu verstärkter Kreditvergabe zu animieren, sondern auch zu ermuntern, in Staatsanleihen der Euro-Zone zu investieren. Ein Teil dieser massiven Liquidität soll also in Schulden investiert und das Zinsniveau am Rande Europas gesenkt werden. Neben der EZB als einsamen Käufer von Staatsanleihen sollen nun also auch die Geschäftsbanken in die Bresche springen und helfen, die Kritik an der EZB wegen deren ungewöhnlicher Notenbank-Politik zu ersticken.

Auch wenn der Ausgang der Aktion per heute noch nicht endgültig beurteilt werden kann, war die Maßnahme der EZB bisher erfolgreich. So halbierte sich z.B. fast die Rendite spanischer Kurzläufer und ließ die berüchtigte Risikoprämie wie Butter in der Sonne schmelzen.

Nächster Abschnitt: Banken in der Bodenbildung


 

© 2011 boerse-online.de

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.262,90

-22,85 Punkte/-0,36%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
122,05 +0,54%
15,08 +0,53%
51,40 +0,53%
39,51 +0,48%
DAX Flops
  Kurse Diff%
22,07 -7,07%
46,56 -1,74%
126,70 -1,21%
50,32 -1,02%
Kaufen Sie nach dem verpatzten Börsenstart nun Facebook-Aktien?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 24/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »