Buhl

Traderkolumne Die Offensive bleibt auf dem Spielfeld

[10:53, 12.03.10]

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Klaus Buhl ist seit über 15 Jahren als Portfoliomanager und Analyst tätig und betreibt u.a. das Portal  kb-assets. Dort erhalten Sie praktische Hinweise über die sinnvolle Kombination von marktneutralen bzw. vermögensverwaltenden Strategien in Abhängigkeit vom jeweiligen Börsenzyklus. „Ich verspreche Ihnen keinen schnellen Reichtum, aber konstante Performance und regelmäßige Erträge in jeder Marktphase. Aber vor allem: Keine Verluste mehr!”


Liebe Leserinnen und liebe Leser,

dynamischer als von den meisten Beobachtern erwartet, „knackten“ die internationalen Indizes in der zu Ende gehenden Woche wichtige Widerstände und nehmen nun die bisherigen Jahreshochs ins Visier.

Fundamental flankiert wurde die Kurserholung durch drei günstige Umstände. die Sorgen um Griechenland verringerten sich, da nun offenbar wird, dass die Politik keine Skrupel hat, derartige Probleme mit dem altbewährten Reflex „Other People`s Money“ zu lösen. Stichwort europäischer Währungsfonds etc. Zweitens realisierten die Investoren nach dem durchwachsenen US-Arbeitsmarktbericht und diversen Ankündigungen von FED-Chef Bernanke, dass den Notenbanken noch länger als ursprünglich geplant die Hände bezüglich einer Zinsstraffung gebunden sein werden. Und drittens erkannten die Akteure, dass die chinesische Notenbank (wenn man den Zahlen vertrauen darf), trotz sehr guter Produktionsdaten in absehbarer Zeit noch keinen Grund hat, das inländische Wachstum brutal herunterzubremsen

Während in der Presse noch eifrig über diese Probleme diskutiert wird, kriechen die Kurse stetig an der „Mauer der Angst“ empor und lassen sich nicht einmal von den mäßigen Konjunkturdaten bremsen. Zu groß scheint die enorme Liquidität in den Märkten zu sein und die Angst der Handelsteilnehmer, ein zu kleines Stück vom Kuchen abzubekommen. Für Sie ist die aktuelle Kursstärke allerdings keine große Überraschung, da ich Sie in den vergangenen Wochen auf die stetige Verbesserung des „inneren“ Marktes hingewiesen habe. Viele wichtige Sektoren, wie z.B. die Banken, gewannen frühzeitig relative Stärke gegen die Indizes und zeichneten sich durch stabile Kapitalzuflüsse aus. Es ist kein Zufall, dass es der Dow-Jones Index vor einigen Tagen schaffte, erstmals seit zwei Jahren wieder seinen Abwärtstrend zu durchbrechen. Demnach war das vor zwei Wochen generierte systematische und objektive Kaufsignal des NYSE Bullish Percent keine große Überraschung. Folglich befinden wir uns seitdem in einem Marktumfeld, in dem eindeutig die Bullen am Zug sind und die Offensive auf das Spielfeld gehört.

DAX im Sog der Tech-Werte

Im DAX wurde die in der vergangenen Woche hier von mir benannte Widerstandszone bei 5.850 Punkten im ersten Anlauf überrannt, was weitere Leerverkäufer dazu veranlasste, ihre noch ausstehenden Positionen in heller Panik zurück zu kaufen. Folglich erhöhte sich der Kaufdruck weiter und der DAX schob sich bis in die Nähe der vor allem psychologisch wichtigen Barriere von 6.000 Punkten. Hier wird es wieder richtig spannend und der DAX wird sich nun zwischen Konsolidierung und Gipfelsturm entscheiden müssen. Mir fehlt aktuell die Phantasie, woher der Index die Energie für diesen Kraftakt nehmen soll, da das binnen 14 Tagen abgebrannte Kursfeuerwerk von etwa neun Prozent wie ein Bleigewicht an ihm hängt. Einige wichtige Indikatoren wie RSI oder MACD sind kurzfristig überkauft, mittelfristig aber keinesfalls überhitzt. Seitens der Markttechnik besteht also noch Spielraum nach oben.

Vor allem in den USA verstärkte sich der Kaufdruck in den vergangenen Wochen speziell bei den Technologiewerten. Der in Hausse-Zeiten wichtigste Leitindex, die Nasdaq 100, hat bereits ein neues zyklisches Hoch markiert und versetzt die Partei der „Minder-Investierten“ dadurch in verstärkten Zugzwang. Obwohl ich bekanntlich kein Anhänger von subjektiven Chartformationen bin, die man so oder auch ganz anders einschätzen kann, deutet die Nasdaq 100 gemäss der traditionellen Charttechnik der Kurs-Differenz-Methode auf ein schier unglaubliches mittelfristiges Kursziel von 2.050 Punkten! Auch das Projektionsziel der Point & Figure Technik deutet auf diese Kursregion. Dies ist natürlich kein Naturgesetz und muss nicht im ersten Anlauf geschehen – aber man sollte es im Auge behalten. Wenn man die sehr wichtige Rolle der Wachstumswerte als „Leithammel“ bedenkt, erkennt man rasch die große Chance für die deutschen Bullen, jetzt den DAX über seine bisherigen Jahreshochs zu hieven.


 

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