Paul Mallach ist Herausgeber des PDF-Magazins „ZertifikateAnleger“. Seit fünf Jahren informiert dieser Newsletter über Markthintergründe, neue Produkte und alles Wissenswerte rund um Zertifikate. Das Informationsangebot wird ergänzt durch Deutschlands umfangreichste Derivate-Datenbank auf www.zertifikate-anleger.de.
Paul Mallach ist außerdem Vorstand für den Bereich Derivate der ARIVA.DE AG.
Viele Anleger treten bei Hiobsbotschaften und Kurskapriolen an den Börsen die Flucht nach vorne an – und verlagern ihr Kapital in andere Anlageformen. Gold, die traditionelle Ersatzwährung schlechthin, steht daher in der Anlegergunst weit oben.
Anders als für die Aktienmärkte war 2008 für den Goldpreis ein äußerst erfolgreiches Jahr. Gleich zwei magische Grenzen durchbrach der Kurs. Zu Beginn des Jahres wurde das beinahe 28 Jahre währende Allzeithoch von 850 US-Dollar übertroffen. Mitte März, im Zuge der Bear-Stearns-Pleite, notierte Gold erstmals über der 1000-Dollar-Grenze. Immer wenn sich die Bankenkrise weiter zuspitzte, erhielt der Kurs einen neuen Schub. So brachte etwa die Insolvenz von
Lehman Brothers dem Goldkurs ein Plus von 13 Prozent, und das in nur zwei Wochen.
Eine bequeme Möglichkeit, um an der Entwicklung des Goldpreises teilzuhaben, sind Zertifikate. Mit ihnen lässt sich in Gold investieren, ohne Barren und Münzen in physischer Form einlagern zu müssen. Und viele von ihnen bieten einen weiteren Vorteil gegenüber dem Direktkauf: eine Währungssicherung. Sie stellt sicher, dass Wechselkursverluste die Kursgewinne des Zertifikats nicht schmälern. Umgekehrt werden Anleger allerdings auch nicht an möglichen Wechselkursgewinnen beteiligt.
Eine Währungssicherung macht bei Goldzertifikaten aus zwei Gründen Sinn. Zum einen wird der Rohstoff an den Weltmärkten in US-Dollar gehandelt, die Zertifikate jedoch in Euro. Ohne eine Sicherung sieht es folgendermaßen aus: Verliert der US-Dollar gegenüber dem Euro, dann sinkt auch der Wert des Zertifikats, ohne dass sich der Goldpreis ändern muss. Andererseits kann das Zertifikat auch an Wert gewinnen, wenn der Dollar anzieht.
Zum anderen stehen Gold und Dollar in einer besonderen Beziehung zueinander. Als Faustregel gilt: Je schwächer der US-Dollar, desto besser steht Gold als Ersatzwährung da. „Diese Regel gilt allerdings nur für die Tendenz und nicht für das Niveau“, gibt Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg zu bedenken. „Verluste des Dollars spiegeln sich also nicht eins zu eins beim Gold wider“. Wenn sich Gold und Dollar also tendenziell gegensätzlich entwickeln, hieße das für ein Zertifikat ohne Währungssicherung, dass Zugewinne beim Goldkurs vom schwächeren Dollar aufgefressen würden. Eine Erholung des Dollars würde wiederum durch einen sinkenden Goldpreis geschmälert.
Bei diesen Vorteilen einer Währungssicherung verwundert es nicht, dass von den aktuell 443 Zertifikaten auf den Basiswert Gold in unserer Datenbank 70 Prozent mit einer Quantosicherung ausgestattet sind. Die meisten angebotenen Papiere sind Discountzertifikate, bei denen der Anleger den Basiswert mit einem Abschlag erwerben kann. Sicherheitsorientierte Anleger können derzeit zwischen 34 Garantiezertifikaten von verschiedenen Banken wählen. Diese Produkte garantieren eine Mindestrückzahlung zum Ende der Laufzeit, vorausgesetzt, die ausgebende Bank gerät nicht in Zahlungsschwierigkeiten. Vor dem Kauf eines Zertifikats sollte also immer auch die Bonität des ausgebenden Bankinstituts überprüft werden.
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