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EZB-Zinssenkung Draghi rechnet mit "milder Rezession"

[15:48, 03.11.11]

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Der neue Chef der Europäischen Zentralbank begründet die überraschende Leitzinssenkung mit den düsteren Konjunkturaussichten. Gleichzeitig liest der Italiener den Regierungen in Rom und Athen die Leviten.


Meinung
Die EZB-Zinssenkung ist...
 

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet nach den Worten ihres neuen Präsidenten Mario Draghi mit einer Rezession in der Euro-Zone. Die Währungshüter gingen davon aus, dass "das langsame Wachstum zum Jahresende in eine milde Rezession übergeht", sagte Draghi am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung in Frankfurt. Insgesamt sei für die zweite Jahreshälfte aber noch von einem "moderaten" Wachstum auszugehen. Draghi nannte die Konjunkturschwäche als Grund für die überraschende Entscheidung des EZB-Rats, den Leitzins von 1,5 auf 1,25 Prozent zu senken.

Der DAX schränkte nach den pessimistischen Äußerungen seine Gewinne wieder ein. Auch der Euro Stoxx 50 und andere europäische Indizes gaben die nach der Zinssenkung erreichten Zuwächse wieder ab, hielten sich aber deutlich im Plus. Neben Draghis Aussagen verunsicherten auch widersprüchliche Meldungen zur Regierungskrise in Griechenland die Märkte.

Der neue EZB-Chef rief Athen und die Regierung anderer Euro-Krisenstaaten dazu auf, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen. Es sei "falsch, zu glauben, die Zinsen auf Staatsanleihen könnten dauerhaft durch Eingriffe von außen gedrückt werden", sagte er mit Blick auf die steigenden Refinanzierungskosten seines Heimatlands Italien. Die EZB versucht seit einigen Monaten, den Anstieg durch den Kauf italienischer Schuldtitel zu bremsen. In den vergangenen Wochen fuhr sie das Volumen ihrer Interventionen aber deutlich zurück.

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Die Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte dürfte die Refinanzierungskosten der hoch verschuldeten Länder kaum senken - sie lagen im Falle Italiens zuletzt über sechs Prozent. Das niedrigere Zinsniveau könnte aber die Investitionstätigkeit der Unternehmen und den Privatkonsum ankurbeln und damit die Konjunktur stützen. Ein stärkeres Wirtschaftswachstum wiederum würde den Krisenstaaten nützen, weil damit auch die Steuereinnahmen stiegen.


 

© 2011 ftd.de

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