Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins bei einem Prozent. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach der monatlichen Zinssitzung des EZB-Rats in Frankfurt mit. Der
Euro notierte unmittelbar nach der Entscheidung nahezu unverändert bei 1,3246 Dollar.
Die EZB hatte den Leitzins nach dem Amtsantritt ihres neuen Präsidenten Mario Draghi im November in zwei Schritten von 1,5 Prozent auf 1,0 Prozent gesenkt. Sie machte damit die unter Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet beschlossenen Zinserhöhungen vom Sommer wieder rückgängig. Überdies setzte der neue EZB-Chef ein Hilfspaket für die Geschäftsbanken der Euro-Zone durch.
So bot die Zentralbank den Instituten im Dezember erstmals Darlehen mit einer Laufzeit von drei Jahren an. Mehr als 500 Banken nutzten die Gelegenheit, um sich mit 489 Mrd. Euro einzudecken. Am 29. Februar können sie erneut Dreijahreskredite bei der EZB aufnehmen. Das verschafft den Geldhäusern Planungssicherheit.
Außerdem lockerte die EZB die Standards für die Kreditvergabe: Sie verlängerte die Liste an Wertpapieren, die sie als Sicherheiten für Darlehen an die Geschäftsbanken akzeptiert.
Jenseits der Kreditvergabe unterstützt die EZB die Geldhäuser auch durch den Aufkauf besicherter Bankanleihen (Covered Bonds). Sie sind ähnlich wie der deutsche Pfandbrief nicht nur mit einer Rückzahlungsgarantie der Bank, sondern zusätzlich mit Immobilienkrediten oder Staatsschulden besichert. Die EZB kündigte im November den Kauf von Covered Bonds im Volumen von 40 Mrd. Euro an, um die Geschäftsbanken bei der Refinanzierung unterstützen.
Empfehlen