Konjunkturmeldungen

Automarkt Deutschland Einbruch nach Ende der Abwrackprämie

[09:38, 02.10.09]


Experten hatten die Entwicklung vorausgesagt: Einen Monat nach dem Ende der Abwrackprämie bricht das Geschäft ein. Die Gewinner von gestern sind die Verlierer von heute: kleine und mittlere Fahrzeuge.


Vier Wochen nach Auslaufen der Abwrackprämie klagen die Autohändler in Deutschland über einen Absatzeinbruch. Die "Bild"-Zeitung berichtet unter Berufung auf den Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK), dass der Neuwagenverkauf im September um rund 50 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen ist. Der BVfK-Vorsitzende Ansgar Klein sagte dem Blatt: "Der Absatz liegt rund die Hälfte niedriger als im August. Wir haben ein absolutes Nachfrageloch bei kleinen und preiswerten Autos."

Der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) bestätigte die deutlichen Einbußen. Eine Sprecherin sagte der "Bild"-Zeitung, im September hätten die Autohändler voraussichtlich weniger Kaufaufträge erhalten als im Vorjahresmonat. Noch im August habe es dagegen ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gegeben. "Es ist wieder Normalität eingekehrt", sagte die ZDK-Sprecherin.

Die Abwrackprämie war am 2. September ausgelaufen. Mit dem Betrag von insgesamt 5 Mrd. Euro hatte die Bundesregierung den Kauf von zwei Millionen Neu- und Jahreswagen bezuschusst.

Volkswagen
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
766400
Börsenwert
32.445,13 Mio €
KGV 12e
8,14
Aktueller Kurs
126,95 €
Veränd. z. Vortag
0,28 %

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Auch die Hersteller bekommen das zu spüren: Bei  VW gibt es bereits Überlegungen für Produktionseinschränkungen. Die tschechische Tochter Skoda erwägt für Ende Oktober einen Stopp der Bänder an zwei Tagen, um einen Lageraufbau zu vermeiden. "Es ist noch nicht entschieden, aber darüber wird im Rahmen der Bestandsaufnahme nachgedacht", sagte ein Skoda-Sprecher. Vor allem die Nachfrage nach dem Kleinwagenmodell Fabia ist nach dem Auslaufen der staatlichen Stütze in Deutschland geschrumpft.

Volkswagen hatte wegen seines breiten Modellangebots am stärksten unter den deutschen Autobauern von der Abwrackprämie profitiert. Im Wolfsburger Stammwerk waren deshalb in den vergangenen Monaten Sonderschichten gefahren worden. Der Betriebsrat verhandelt derzeit mit der Geschäftsleitung über weitere Zusatzschichten. Dies bestätigten beide Seiten. In Wolfsburg laufen die VW-Modelle Golf, Tiguan und Touran vom Band.

Ende August hatte  VW vor allem wegen der Abwrackprämie europaweit einen Auftragsbestand von 250.000 Fahrzeugen gehabt. Dadurch seien die europäischen Werke bis Mitte kommenden Jahres ausgelastet, hatte Vertriebschef Detlef Wittig Mitte September auf der Automesse IAA in Frankfurt gesagt.

Opel und die deutsche  Ford -Tochter planen bisher keine Produktionseinschränkungen. "Der Bestelleingang ist noch gut", sagte ein Opel-Sprecher. Ein Sprecher der Kölner Ford-Werke erklärte: "Wir produzieren voll durch." Im Kölner Werk sei die Produktion sogar um 50 Fahrzeuge auf 1900 am Tag erhöht worden.

Auch in anderen europäischen Ländern verhalf die Abwrackprämie der kriselnden Autobranche auf die Sprünge. In Frankreich wurden im September 14,1 Prozent mehr Pkw verkauft, in Spanien stieg der Absatz sogar um 18 Prozent. Dagegen sanken in Schweden und Belgien, wo die Regierungen keine staatlichen Zuschüsse anbieten, die Verkaufszahlen.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Volkswagen DE0007664005.DE 126,95 + 0,28 %  Detailinformationen

 

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