Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2008 so stark gewachsen wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Ausgerechnet die Baubranche dürfte ein Wachstumstreiber gewesen sein.
Die erste Schnellschätzung für das deutsche BIP-Wachstum im ersten Quartal 2008 brachte einen Zuwachs um 1,5 Prozent gegenüber Vorquartal, als das Wachstum nur 0,3 Prozent betragen hatte. Auf das Jahr hochgerechnet bedeutet das 2,6 Prozent saisonbereinigtes BIP-Wachstum.
Eine faustdicke Überraschung: Denn Analysten hatten einen Wert von nur 0,7 Prozent auf Quartalsbasis und 1,8 Prozent auf Jahresbasis erwartet.
Überrascht Sie die Stärke des deutschen BIPs?
Bei der Schnellschätzung werden keine Detailergebnisse vorgelegt. Diese folgen erst bei der zweiten Veröffentlichung. Analysten schätzen, dass ausgerechnet die Baubranche gut abgeschnitten hat.
Dominiert wurde das Wirtschaftsgeschehen im ersten Quartal von hohen Energiepreisen und dem starken Euro, der allmählich die Exporte belastet.
Das ifo-Geschäftklima und andere Konjunkturindikatoren hatten zuletzt angedeutet, dass sich die deutsche Konjunkturdynamik abschwächen dürfte. Auch die Industrieproduktion und die Auftragseingänge enttäuschten – was für eine Schwäche im Segment Industrie steht.
Später am Vormittag werden die Schnellschätzung für das BIP in Euroland erwartet: Kenneth Wattret, Europa-Chefvolkswirt bei
BNP Paribas sagt: „Mit Ausnahme Deutschlands sehen die Zahlen für die Eurostaaten nicht so ermutigend aus.“
Unsere Interpretation: Die veröffentlichte BIP-Zahl ist ein extrem positives Zeichen für die Robustheit der deutschen Konjunktur. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass höhere Kreditkosten und der starke Euro weiterhin belasten. Zudem steigt der Ölpreis weiter an. Die BIP-Dynamik ist also weiter in Gefahr.
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