Konjunkturmeldungen

China Zentralbank redet Inflation klein

[15:12, 12.03.10]


Die starke Teuerung der Waren im Februar ist nach Einschätzung des chinesischen Zentralbank-Vizes Su Ning kein Vorzeichen einer drohenden Inflation. Ängste vor einer Erhöhung der Zinsen seien haltlos.


Der starke Anstieg der Verbraucherpreise in China im Februar deutet nach Einschätzung eines ranghohen Notenbankers nicht auf einen neue inflationäre Entwicklung hin. Mit dem Zuwachs im vergangenen Monat sei gerechnet worden, sagte der stellvertretende Zentralbankchef Su Ning am Freitag.

Auf bereinigter Basis gebe es im Vergleich zum Januar aber kein Anzeichen für eine Beschleunigung. Die Notenbank prüfe noch, ob der Preistrend nach oben oder unten gehe, sie hoffe aber auf einen leichten Abwärtstrend. Die Teuerungsrate werde wohl in der ersten Jahreshälfte höher ausfallen als in der zweiten, sagte Su weiter. Für eine Erhöhung der Zinsen bedarf es "vieler Bedingungen", fügte er hinzu.

Die Inflationsrate kletterte in den zwölf Monaten per Februar nach Angaben des nationalen Statistikamtes mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit 16 Monaten. Die Entwicklung weckte Ängste vor einer Überhitzung der Wirtschaft und Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung.

Nach Angaben eines weiteren chinesischen Notenbankers dürfte es für die Volksrepublik schwierig werden, einen Mittelweg zwischen einer Einschränkung der Kreditvergabe und einem fortdauernden Wachstum zu finden. "Eine übermäßige Liquidität und Kreditvergabe sind schädlich für eine ausgewogene, gesunde und nachhaltige Entwicklung der nationalen Wirtschaft, sagte der stellvertretende Gouverneur Guo Qingping der Zeitung "Financial News". Jedoch gebe es komplexe Herausforderungen beim Timing, beim Rhythmus und bei der Intensität sowie bei der Wahl der geldpolitischen Werkzeuge.

Das starke Wachstum der Industrieproduktion der vergangenen zwei Monate in China ist nach Ansicht der Regierung aber ohnehin nicht zu halten. Dies sagte Industrieminister Li Yizhong am Freitag bei einer Pressekonferenz in Peking. Li fügte hinzu, die Wirkung der Ende 2008 eingeleiteten staatlichen Anreizmaßnahmen sei beinahe ausgereizt.

Die Industrieproduktion der Volksrepublik entwickelte sich zu Jahresbeginn überraschend stark. Sie weitete sich in den ersten beiden Monaten um 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.


 

© 2010 ftd, © Illustration: AP

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