Der US-Dollar verliert an den Devisenmärkten an Wert. Für einen Euro mussten heute kurzzeitig 1,6008 Dollar Dollar bezahlt werden. Geschwächt wird die US-Währung durch Gerüchte, Fed-Chef Bernanke werde sich bei einer Anhörung skeptisch über die Folgen der Kreditkrise äußern.

Geschwächte US-Währung
Der Greenback sackte nicht nur gegenüber dem Euro ab, sondern auch gegenüber anderen Währungen. So sank er gegenüber dem Australischen Dollar auf ein 25-Jahres-Tief.
An den Märkten wird erwartet, dass sich der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson bei einer Anhörung durch amerikanische Abgeordnete kritisch zu den Folgen der Kreditkrise äußern werden. Man rechnet damit, dass sie eingestehen, die Krise werde negative Auswirkungen auf das US-Wirtschaftswachstum haben.
"Die Märkte reagieren negativ auf das Wiederaufflammen der Kreditkrise in den USA, und das schwächt den Dollar auf breiter Front", meint Roberto Mialich, Währungsstratege bei
UniCredit in Mailand. "Der Markt spekuliert, Bernanke werde einen düsteren wirtschaftlichen Ausblick für die USA geben. Das bisherige Rekordhoch des Euros gegenüber dem Dollar kann heute leicht übertroffen werden", ergänzt Mialich. Der bisherige Höchststand war am 22. April mit 1,6019 erreicht worden.
Wo steht der Euro in drei Monaten?
Das von der US-Regierung und der Notenbank Fed geschnürte Hilfspaket für die beiden halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac konnte keine positiven Impulse entfalten. Es führte im Gegenteil dazu, dass an den Märkten das Bewusstsein geschärft worden ist, wie ernst die Kreditkrise noch immer ist.
Unsere Interpretation: Die Stimmung für den Dollar ist kritisch, ein neues Rekordtief gegenüber dem Euro damit durchaus möglich. Auf mittlere Sicht ist mit einem volatilen Seitwärtstrend zu rechnen. Konjunktur- und Inflationsdaten, Zinsspekulationen dies- und jenseits des Atlantiks und weitere Meldungen in Sachen Kreditkrise werden den Wechselkurs hin und her reißen.
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