Die IWF-Chefin ruft zum globalen Schulterschluss im Kampf gegen die Krise auf. Die Französin vergleicht die Situation mit dem Vorabend des zweiten Weltkrieges.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Weltgemeinschaft zum vereinten Kampf gegen eine drohende globale Wirtschaftskrise aufgerufen. Keine Volkswirtschaft, egal ob arm oder reich, sei momentan immun gegen einen Niedergang, wenn sie sich isoliere, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Donnerstag in Washington. Die Aussichten für die Weltkonjunktur bezeichnete sie als "ziemlich düster". Es bestehe fast überall die Gefahr, dass sich das Wachstum verlangsame und die öffentlichen Haushalte ins Schwanken gerieten.
Sie verglich die Situation mit den 1930er Jahren, bevor die Welt in den Zweiten Weltkrieg verfallen sei, als Rückzug, Protektionismus und Isolation die internationale Politik bestimmt hätten. Richtig sei, die Wirtschaftsprobleme durch Zusammenarbeit in den Griff zu bekommen. "Sie muss im derzeitigen Kern der Krise beginnen, der offensichtlich in den europäischen Staaten liegt und besonders in den Ländern der Euro-Zone", sagte Lagarde.
Die Euro-Zone sei eine "Währungsunion, die nicht richtig in einer ökonomischen und haushaltspolitischen Union vollendet wurde, woran derzeit gearbeitet wird", sagte sie. Während die europäischen Führer ihre "gewaltigen" Herausforderungen bewältigen, müssten auch die Finanzmärkte mehr Geduld beweisen. In Demokratien fielen wichtige Entscheidungen nicht über Nacht, "die Dinge brauchen Zeit", sagte Lagarde.

Frankreich rutscht in die Rezession
Ein Grund für die schlechte Stimmung der ehemaligen französischen Finanzministerin dürften die jüngsten Konjunkturdaten ihres Heimatlandes sein: Die französische Statistikbehörde Insee teilte am Donnerstagabend mit, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfen werde. In den ersten drei Monaten des kommenden Jahres werde das BIP um 0,1 Prozent zurückgehen. Im dritten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch um 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten für das vierte Quartal zuletzt ein Plus von 0,1 Prozent und für das erste Quartal 2012 ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet.
Die Wirtschaftsentwicklung wird sich nach der Prognose von Insee auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2011 14.000 Arbeitsplätze gestrichen worden seien, würden in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres weitere 61.000 Jobs verloren gehen, teilten die Statistiker mit.
In Frankreich findet am 22. April die Präsidentenwahl statt. Eine zweite Runde ist für den 6. Mai angesetzt. Die Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa ist schon jetzt das wichtigste Wahlkampfthema. Im dritten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch um 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten für das vierte Quartal zuletzt ein Plus von 0,1 Prozent und für das erste Quartal 2012 ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet.
Die Wirtschaftsentwicklung wird sich nach der Prognose von Insee auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2011 14.000 Arbeitsplätze gestrichen worden seien, würden in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres weitere 61.000 Jobs verloren gehen, teilten die Statistiker mit. In Frankreich findet am 22. April die Präsidentenwahl statt. Eine zweite Runde ist für den 6. Mai angesetzt. Die Wirtschafts- und Schuldenkrise in Europa ist schon jetzt das wichtigste Wahlkampfthema.
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