Die Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistung sind in der Euro-Zone unerwartet gestiegen. Treibende Kraft des Aufschwungs sind dabei deutsche Dienstleister, die so stark wuchsen, wie seit drei Jahren nicht mehr.
Im Hochsommer hat die florierende Privatwirtschaft in der Euro-Zone überraschend noch einen Zahn zugelegt. Sowohl Dienstleister als auch Industrie steigerten ihre Geschäfte im Juli spürbar stärker als im Vormonat. Das geht aus einer Markit-Umfrage hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Zugpferd der Erholung war Deutschland, wo das Wachstum bei den Dienstleistern sogar so stark war wie seit August 2007 nicht mehr.
Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in den Euro-Ländern stieg auf 56,5 Punkte von 55,6 Zählern im Juni. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 55,2 Punkte gerechnet.
Industrie steigert Produktion und Beschäftigung
Zu Gute kam den Industriebetrieben die deutlich höhere Nachfrage, vor allem aus den Euro-Staaten. Sie fuhren ihre Produktion wesentlich stärker hoch als im Juni und stockten bereits den dritten Monat in Folge ihre Belegschaften auf. Der Jobaufbau war so stark wie seit Mai 2008 nicht mehr. Zugleich füllten die Firmen ihre Vormateriallager zum zweiten Mal in diesem Jahr wieder, die sie während der Krise geräumt hatten.
Auch bei den Dienstleistern liefen die Geschäfte rund. Der Einkaufsmanagerindex stieg um einen halben Punkt auf 56,0 Zähler. Experten hatten mit einem Rückgang auf 55,0 Punkte gerechnet. Auch hier belebte eine höhere Nachfrage nach Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen, Transport oder Finanzen die Aktivitäten. Die Auftragsbücher füllten sich mit höherem Tempo als im Vormonat. Um die höhere Nachfrage bedienen zu können, stockten die Unternehmen ihre Belegschaften so stark auf wie seit April 2008 nicht mehr.
Firmen können hohe Kosten nicht an Kunden weitergeben
Wie stark der Wettbewerbsdruck aber immer noch ist, zeigt ein Blick auf die Preise: Obwohl die Einkaufspreise bereits seit sieben Monaten steigen, konnten die Firmen die höhere Kostenbelastung nicht an die Kunden weiterreichen. Immerhin fielen die Preisrückgänge so gering aus wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Ihre Geschäftsaussichten beurteilten die Firmen weiter gut, wenngleich nicht mehr ganz so günstig wie im Juni.
Der Markit-Composite-Index, der sich aus Industrie und Dienstleistern zusammensetzt, stieg um 0,7 Punkte auf 56,7 Zähler, Experten hatten auch hier mit einem Rückgang gerechnet. Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone war zum Jahresauftakt um 0,2 Prozent gewachsen. Dämpfer war dabei der kalte Winter, der in großen Teilen des Währungsraums insbesondere die Bauwirtschaft lahmlegte.
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