Kommenden Donnerstag treffen sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und seine Kollegen im Zentralbankrat, um über die weitere Geldpolitik für das Gebiet der Eurozone zu sprechen. Alles andere als eine Beibehaltung des gegenwärtigen Leitzinses von 4,0 Prozent wäre eine faustdicke Überraschung. Der Markt dürfte sich denn auch vor allem dafür interessieren, wie Trichet den Beschluss der Währungshüter begründen wird.
Während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen im Eilzugtempo gesenkt hat, ist die EZB bislang stur geblieben. Zwar versorgte sie die Banken Eurolands im Zuge der Bankenkrise ebenso üppig mit Liquidität wie die Fed, beim Preis für das Notenbankgeld – dem Leitzins – ließ sie aber bisher nicht mit sich reden.
Trichet und seine Kollegen haben in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass die Inflation zu hoch sei, um an Zinssenkungen auch nur zu denken.
Im April fiel der Anstieg der Verbraucherpreise in Euroland zwar mit 3,3 Prozent etwas niedriger aus als in den Monaten davor. Dennoch liegt er noch weit oberhalb der EZB-Projektion von maximal zwei Prozent.
Energie- und Nahrungsmittelpreise werden weiterhin Druck auf die Inflation ausüben. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass der Ölpreis zuletzt weiter gestiegen ist, dieser Anstieg aber nicht mehr teilweise durch einen stärkeren Euro abgefedert wurde. Denn der Euro hat sich gegenüber dem Dollar etwas abgewertet.
Die Inflationsrate dürfte in den kommenden Monaten um die drei Prozent pendeln. Wenig gefallen wird den Währungshütern das Ergebnis der Konsumentenbefragung durch die EU-Kommission. Sie hat ergeben, dass die Verbraucher weiterhin mit einem starken Preisanstieg rechnen. Damit drohen sich die Inflationserwartungen zu verfestigen.
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