Konjunkturmeldungen

Fed Beige Book Langsameres Wachstum

[08:29, 09.09.10]


Die US-Notenbank sieht zwar moderates Wachstum in den meisten Fed-Bezirken, doch an der Ostküste und im Mittleren Westen melden die Regionalbanken eine Verlangsamung. Der Häusermarkt ist weiter unter Druck und die Verbraucher noch vorsichtig.


In den USA mehren sich die Zeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Zwar sei insgesamt ein moderates Wachstum zu spüren, teilte die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch in ihrem "Beige Book" zur Lage der US-Wirtschaft mit. Doch gebe es vor allem an der Ostküste und in Teilen des Mittleren Westens weitreichende Anzeichen dafür, dass die Erholung ins Stocken geraten sei. Dies sei besonders in Großräumen wie New York, Philadelphia und Chicago zu erkennen gewesen. Auf die US-Börsen wirkte sich der Konjunkturbericht der Fed über die sechs Wochen bis Ende August kaum aus. Er wurde lediglich als Bestätigung dafür gesehen, dass das Wirtschaftswachstum im Sommer nachließ.

Neue Hiobsbotschaften hatte die Fed vom krisengeschüttelten Immobilienmarkt: Dort ging es weiter bergab, nachdem das Auslaufen von Steuererleichterungen der Branche schon zuvor kräftig zugesetzt hatte. Die für die US-Wirtschaft so wichtigen Verbraucher geben nach Einschätzung der Fed zwar wieder etwas mehr aus, beschränken sich aber auf wirklich notwendige Käufe. Für die meisten Waren und Dienstleistungen blieb der Preisauftrieb gering. Auch die Löhne blieben weitgehend stabil.

Ben Bernanke

 Ben Bernanke

Die US-Notenbank sammelt im "Beige Book" Informationen aus ihren zwölf Bezirken. Aufgrund seiner Datenbreite gilt es als sehr verlässliches Barometer für die Entwicklung der US-Wirtschaft, die sich nur langsam aus der schweren Wirtschaftskrise hervorarbeitet.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte erst kürzlich die Bereitschaft der Notenbank betont, zusätzliche Konjunkturunterstützung bereitzustellen, sollte die Wachstumsdelle in den USA deutlicher ausfallen als erwartet. Wie stark sich das Wachstum abschwächen muss, bis die Fed aktiv wird, hatte er allerdings offen gelassen.

Bereits Mitte August hatte die Fed beschlossen, durch die Fälligkeit in der Finanzkrise gekaufter Wertpapiere flüssig werdendes Geld wieder zu reinvestieren und damit neue Staatsanleihen zu kaufen. Im Klartext heißt das, dass hypothekenbesicherte Anleihen und Papiere der staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die in den vergangenen Jahren zur Stützung des taumelnden Häusermarktes erworben wurden, bei Fälligkeit von der Notenbank durch Staatspapiere ersetzt werden.


 

© 2010 Reuters, © Illustration: dpa, ddp

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