Das Bruttoinlandsprodukt legte mit einer Jahresrate von 2,8 Prozent zu, teilte das Handelsministerium am Freitag mit. Das ist der beste Wert seit Frühjahr 2010. Im Vorquartal waren es nur 1,8 Prozent. Die 74 von Reuters befragten Analysten hatten allerdings ein Wachstum von 3,0 Prozent vorhergesagt.
Trotz des Endspurts reichte es 2011 nur zu einem Plus von 1,7 Prozent, nachdem es 2010 noch drei Prozent waren. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schaffte drei Prozent Wachstum.
Einem kräftigen Aufschwung steht bislang die hohe Arbeitslosigkeit im Weg. 23,7 Millionen Amerikaner haben entweder keinen Job oder sind nur geringfügig beschäftigt. Zusammen mit kaum wachsenden Löhnen dämpft das den privaten Konsum, der 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft ausmacht. "Der Arbeitslosigkeit bleibt die größte Herausforderung", sagte der Vize-Chefvolkswirt von Mesirow Fincanial, Adolfo Laurenti. Um sie merklich zu drücken, halten Experten ein Wachstum von mindestens drei Prozent für erforderlich. Das ist aber nicht in Sicht: Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in diesem Jahr nur ein Plus von 1,8 Prozent, das 2013 auf 2,2 Prozent zulegen soll.
Auch die Notenbank Fed erwartet keine schnelle Besserung. Sie will ihren Leitzins deshalb bis Ende 2014 bei null halten. Das billige Geld soll Konsum und Investitionen anschieben.
An den Aktienmärkten werden die eher enttäuschenden Daten zum Anlass für Gewinnmitnahmen genommen. Der DAX gibt in einer ersten Reaktion auf die Zahlen um rund 50 Punkte nach und fällt unter die 6500er-Marke zurück. Auch der Euro lässt Federn und steht nahezu unverändert bei 1,309 Dollar. Im Tagesverlauf war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,316 Dollar gestiegen. Der für die Bond-Märkte richtungsweisende Bund-Future klettert um 40 Ticks auf ein Tageshoch von 139 Prozent.
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