Der Ölpreis ist am Donnerstag erstmals über die Marke von 135 Dollar gestiegen und hat damit binnen 24 Stunden mehr als fünf Dollar zugelegt. In Asien kletterte der Preis für die US-Ölsorte WTI bis auf 135,04 Dollar pro Fass (159 Liter). Die in Europa führende Nordseesorte Brent verteuerte sich auf 134,50 Dollar.

Schwarzes Gold wird gefördert: Ein Barrel kostet 135 Dollar.
Händler machten für den neuen Rekord einen überraschenden Rückgang der US-Lagerbestände verantwortlich. Zudem verwiesen sie erneut auf den schwachen Dollar, ein knappes Angebot und Spekulanten an den Rohstoffmärkten, die die Preise hochtrieben. Öl kostet inzwischen fünf Mal so viel wie im Jahr 2002.
Viele Händler äußerten sich besorgt über den neuen Rekordpreis. "Der Markt ist dabei zu entscheiden, dass teureres Öl von irgendeinem Punkt an die Konjunktur belastet", sagte der Präsident von Delta Global Advisors, Chip Hanlon. "Angesichts der Tatsache, dass sich Inflation langsam durch die Wirtschaft fortpflanzt, hat der Markt mit dieser Sorge recht."
Welchen Höchstkurs trauen Sie einem Barrel Rohöl in 2008 noch zu?
Als Triebfeder für die Preisexplosion verwiesen Beobachter auch auf Lieferschwierigkeiten in Nigeria sowie Spannungen zwischen den USA und Iran. Zuletzt hatte sich die OPEC sogar trotz eines Appells von US-Präsident Bush geweigert, die Fördermenge zu erhöhen. Bei der OPEC sieht man derzeit keinen Handlungsbedarf, auch eine Dringlichkeitssitzung ist derzeit wohl kein Thema: „Nein, wozu? Das ist keine Frage des Angebots,“sagte der Öl-Minister von Katar, Abdullah al-Attijah.
Mit dem steigenden Ölpreis verteuern sich für die Unternehmen Produktion und Transport, was die Gewinne schmälert. Zudem wird die Konsumlust der Verbraucher durch höhere Spritpreise gedämpft.
Unsere Meinung: Fundamentale Argumente treten mittlerweile in den Hintergrund, hier geht es um Psychologie und um Spekulation. Sicherlich wäre es ratsam, wenn die Länder ihre Lagerbestände auffüllen könnten, aber ein Blick auf den Ölchart zeigt auch, dass hier eine Übertreibung stattfindet. Die Frage ist nur, wann die Konsolidierung kommt. Sie dürfte heftig ausfallen und den Märkten helfen. Eines ist aber auch klar: Die Märkte ignorieren den starken Anstieg des schwarzen Goldes nicht mehr. Weitere Kurshüpfer nach oben dürften die Indizes nach unten befördern.
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