Experten der
Citigroup rechnen mit einer Rekordnachfrage nach hochverzinsten Unternehmensanleihen aus Asien. Dank der raschen Erholung der Region überflügeln sie die westlichen Länder, wo Ängste über Staatsfinanzen grassieren.

Immer mehr Investoren hätten Interesse an den sogenannten Junk-Bonds aus Asien und seien zunehmend bereit, entsprechende Risiken einzugehen, sagte Rodrigo Zorrilla, Vizechef der
Citigroup in Asien, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir sind zuversichtlich, dass die Emissionen das Volumen von zehn Milliarden Dollar im Segment der hochverzinsten Bonds übertreffen wird. Asien hat seine Dynamik im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt“, meint Zorilla. Er verweist auf die schnelle Erholung der aufstrebenden Wirtschaftsregion nach der Finanzkrise.
Junk-Bonds sind Anleihen mit schwachen Bonitätsnoten. Dazu zählen bei der Ratingagentur Moody’s Bonds mit den Noten unterhalb von „Baa3“ sowie bei Standard & Poor’s und Fitch Papiere mit Noten unterhalb von „BBB-“. Bei den Emittenten dieser Anleihen gilt die Wahrscheinlichkeit einer Pleite als erhöht. Im Gegenzug für das höhere Risiko zahlen Unternehmen mit Ramschnoten höhere Zinsen an die Investoren als Firmen der besten Anlagequalität.
Rasches Tempo vorgelegt
Zu Beginn dieses Jahres wurden im asiatischen Ramschsegment bereits Anleihen im Volumen von 1,88 Milliarden Dollar platziert. Sollte es in diesem Tempo weitergehen, könne 2010 der 2006 verzeichnete Rekordwert von 8,23 Milliarden Dollar bei Anleiheemissionen in diesem Bereich übertroffen werden, schätzt Zorrilla. Seit dem Hoch im Oktober 2008 war die Risikoprämie, die Anleger für Junk-Bonds aus Asien ohne Japan gegenüber US-Staatsanleihen fordern, von zwölf Prozentpunkten auf rund neun Prozentpunkte gesunken.
Die Citigroup-Prognose fällt in eine Zeit, in der Anleger in anderen Teilen der Welt ihr Geld aus Ramschanleihen abziehen. Grund sind die Sorgen über die steigende Staatsverschuldung in einigen europäischen Staaten wie Griechenland und Portugal. Damit sinkt der Risikoappetit der Anleger und sie flüchten in sichere Anlageklassen. Die asiatischen Staaten hingegen haben die Finanzkrise jedoch weitgehend ohne große Blessuren überstanden. Indonesien - die größte Volkswirtschaft in Südostasien mit robusten Wachstumsraten - wird nach Ansicht von Zorrilla bis Juni angesichts steigender Inflationsraten wieder die Leitzinsen erhöhen. Auf den Philippinen hatte die Regierung in Manila wegen steigender Preise bei Öl und Nahrungsmitteln bereits die staatlichen Konjunkturprogramme zurückgefahren.
Diesen Artikel bookmarken bei...