Noch schwächer als erwartet hat die US-Wirtschaft das Jahr 2007 abgeschlossen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vierten Quartal nach ersten Berechnungen nur noch um 0,6 Prozent (auf Jahresrate hochgerechnet) zu. Erwartet worden war mit 1,2 Prozent ein doppelt so hohes Wachstumstempo. Im dritten Vierteljahr hatte Amerikas Konjunktur noch geboomt, das BIP war um 4,9 Prozent geklettert.

Skyline von New York, USA
Damit verzeichnen die USA 2007 insgesamt mit 2,2 Prozent das schwächste Wachstum seit 2002. Im Jahr nach den Terroranschlägen hatte das BIP-Plus 1,6 Prozent betragen. Nicht überraschend ist, dass vor allem der Bausektor zu der rapiden Wachstumsverlangsamung im Schlussquartal 2007 beigetragen hat. Er schrumpfte um 23,9 Prozent. Das ist das stärkste Minus seit 26 Jahren. Dagegen hielt sich der private Konsum erstaunlich gut und legte um zwei Prozent zu. Besorgnis erregend ist die Preisentwicklung. Der PCE-Kernindex, das Inflations-Maß, auf das die US-Notenbank Fed besonders achtet, stieg im vierten Quartal um 2,7 Prozent nach 2,0 Prozent im Vierteljahr zuvor.
An den Aktienmärkten wurden die enttäuschenden Zahlen gelassen aufgenommen. Allerdings gingen die Gewinne, die der DAX kurz zuvor nach einem überraschend guten US-Arbeitsmarktreport für Januar des privaten Dienstleisters ADP erzielt hatte, wieder größtenteils verloren. ADP hatte 130 000 neue Stellen im Januar ermittelt, erwartet worden waren 45 000. Der ADP-Report gilt als Indikator für die offiziellen Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden.
Unsere Einschätzung: Die Zahlen zeigen, dass die Immobilienkrise die US-Konjunktur zunehmend belastet. Das dürfte die Fed trotz der schlechten Inflationsdaten darin bestärken, die Leitzinsen heute Abend um 20.15 Uhr wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet um 0,5 auf 3,0 Prozent zurückzunehmen. Für die Konjunktureinschätzung wichtiger als die heutigen BIP-Zahlen, die im Laufe der nächsten Wochen ohnehin mehrmals revidiert werden dürften, sind aber die aktuellen Daten für Januar – und hier vor allem der Arbeitsmarktbericht am Freitag.
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