Entgegen den Markterwartungen sind die Verkäufe von Häusern aus dem Bestand in den USA von November bis Dezember deutlich gestiegen. Dank kräftig gesunkener Preise ist Immobilienbesitz für Amerikaner inzwischen wieder erschwinglich geworden. Experten wollen aber noch nicht vom Ende der Immobilienkrise sprechen.
Der Markt hatte mit einem Rückgang von annualisiert 4,49 Millionen verkauften Häusern im November auf 4,4 Millionen gerechnet, gemeldet wurde ein Anstieg von revidiert 4,45 auf 4,74 Millionen.
Analysten führen das Plus darauf zurück, dass die inzwischen deutlich gesunkenen Häuserpreise den Erwerb von Immobilien wieder attraktiver machen. Der Medianpreis lag im Dezember 15 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Das ist der stärkste Rückgang, seit 1968 mit der Messung von Häuserpreisen begonnen wurde, vermutlich sogar das größte Minus seit der Weltwirtschaftkrise der Dreißiger-Jahre. Vor allem die steigende Zahl von Zwangsversteigerungen drückt noch immer auf das Preisniveau.
"Das ist eine Korrektur des sehr großen Rückgangs im November", meint David Sloan, Senior-Volkswirt bei 4Cast.com in New York. Er bleibt aber weiter pessimistisch: "Kurz- und mittelfristig bleibt der Häusermarkt sehr schwach."
Unsere Interpretation: Offensichtlich machen die gesunkenen Preise den Kauf von Immobilien wieder für mehr Amerikaner attraktiv und erschwinglich. Das könnte den Häusermarkt langsam stabilisieren – wenn da nicht die Banken wären, deren Kreditvergabe sehr restriktiv ist. Ohne Fremdkapital geht es aber beim Häuserkauf meistens nicht. Es ist deshalb noch zu früh, den Anstieg der Hausverkäufe im Dezember bereits als Trendwende einzustufen. Die miserable Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spricht ebenfall gegen eine nachhaltige Erholung des Immobilienmarkts. Er dürfte noch bis weit in das Jahr 2009 hinein schwach bleiben.
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