Es war die bisher klarste Botschaft des Fed-Präsidenten im Kampf gegen Inflation. Bernanke warnte davor, dass die kräftig gestiegenen Rohstoffpreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen könnten. Die Geldpolitik müsse sehr wachsam sein, um sicherzustellen, dass dies nicht passiere.
An den Märkten wurde die Rede Bernankes, die er am Montag Nachmittag auf einer Konferenz in Boston hielt, dahingehend interpretiert, dass die Zeit sinkender US-Leitzinsen vorüber sei. Offenbar gewinne das Ziel "Preisstabilität" in der Zielhierarchie der Fed an Gewicht, während Konjunkturankurbelung und Überwindung der Finanzkrise etwas in den Hintergrund rücken.
Nach der Rede Bernankes stieg die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen um 22 Basispunkte auf 2,93 Prozent. Diese Papiere reagieren empfindlicher auf erwartete Leitzinsänderungen als längerfristige Bonds. Der Anstieg der Rendite signalisiert, dass an den Märkten mit einer Anhebung der Fed Funds Rate noch in diesem Jahr gerechnet wird.
Bernanke hatte sich in der vergangenen Woche bereits mehrmals kritisch zum Thema Inflation geäußert. Andere US-Notenbanker betonen schon seit Monaten, dass die Fed so bald wie möglich gegen die zu hohe Inflation vorgehen müsse.
Wann beginnt die Fed mit Zinserhöhungen?
Am 24. und 25. Juni trifft sich der Fed-Zinsausschuss, um über die weitere Geldpolitik zu beraten. Dabei dürften die Währungshüter die Zinsschraube ruhen lassen. Zuletzt hatte die Fed am 30. April die Fed Funds Rate von 2,25 auf 2,0 Prozent gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur zu stützen. Insgesamt hat sie seit September 2007 sieben Mal die Leitzinsen gesenkt. Damals hatte der Satz bei 5,25 Prozent gelegen.
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