Die US-Regierung und die Federal Reserve haben alles getan, um den Hausmarkt zu stabilisieren. Das Weiße Haus gewährte Käufern einen Steuergutschein von 8000 $. Die Fed wiederum erwarb für 1425 Mrd. $ hypothekenbesicherte Papiere.
Jetzt gibt es die Hilfen nicht mehr. Ende März hörte die Notenbank auf, Ende April lief der Steuergutschein aus. Der Hausmarkt scheint das bisher nicht zu verkraften. Die Zahlen sind außergewöhnlich schlecht: "In den kommenden Monaten wird die Nachfrage gedrückt sein", sagte Scott Brown, Chefvolkswirt bei Raymond James. "Der Aufschwung der Preise wird sich erheblich verlangsamen."
FTD.de analysiert, wie es um den US-Hausmarkt bestellt ist.
Seit dem Auslaufen des Steuergutscheins Ende April bricht die Nachfrage regelrecht ein. Im Mai stürzten die schwebenden Hausverkäufe gegenüber dem Vormonat um 30 Prozent. Damit liegen sie knapp 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Verkäufe neuer Häuser gingen um 33 Prozent zurück - und erreichten ein Rekordtief.
Hypothekenanträge - ein Frühindikator für Hauskäufe - befinden sich auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. "Das sind schon sehr schlechte Zahlen", sagte Teunis Brosens, Volkswirt bei
ING. "Nach unserer Einschätzung führte der Steuergutschein nur zu einer Kannibalisierung. Er half nicht dabei, den Hausmarkt anzukurbeln. Wir rechnen mit schwachen Verkaufszahlen und Preisen über den gesamten Sommer hin. Es wird Zeit brauchen, bis potenzielle Käufer an den Markt zurückkehren."
Das zeigt auch eine Umfrage der
Credit Suisse unter Immobilienmaklern. Der Proprietary Survey of Real Estate Agents habe eine geringere Aktivität unter potenziellen Hauskäufern ausgewiesen, sagte Rohan Gallagher, Analyst bei
Credit Suisse. "Der Wert der Umfrage ist der schlechteste seit Ende 2008. Die Makler erzählen uns, dass die Amerikaner keinen Kaufanreiz hätten, zudem trübe sich ihr Ausblick für die US-Wirtschaft ein."
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