Der Star-Investor nennt die vermeintliche Sicherheit der beliebten Zufluchtshäfen trügerisch. Er fordert Warnhinweise für Staatsanleihen. Gold findet Buffett vollkommen nutzlos.

Starinvestor Warren Buffett
Klassische Zufluchtshäfen wie Gold und US-Staatsanleihen bieten nach Ansicht von Star-Investor Warren Buffett keine echte Sicherheit. Der legendäre Chef der Beteiligungsgesellschaft
Berkshire Hathaway warnt Anleger davor, ihr Geld aus Risikoscheu in festverzinslichen Anlagen wie eben Anleihen, Geldmarktfonds oder auf Bankkonten zu parken. "Diese währungsbasierten Investments gelten als 'sicher', aber in Wahrheit gehören sie zu den gefährlichsten Vermögenswerten überhaupt", schreibt Buffett in einem Gastbeitrag für das US-Magazin "Fortune".
Die Zinsen von Sparbüchern wie Anleihen würden langfristig von der Inflation aufgefressen, argumentiert der 81-Jährige. Investitionen in solche Instrumente lohnten deshalb nur in Hochzinsphasen wie zuletzt Anfang der 80er Jahre. "Die gegenwärtigen Zinsen kompensieren aber noch nicht einmal annähernd den Verlust an Kaufkraft, den Anleger riskieren. Derzeit sollten Anleihen mit Warnhinweisen versehen werden."
Buffett ist nicht der erste Star-Investor, der über die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve klagt. Vor einem Jahr hatte der Gründer des größten privaten Anleihe-Investors Pimco, Bill Gross, US-Staatsanleihen öffentlichkeitswirksam aus seinem Portfolio verbannt. Trotz der niedrigen Zinsen warfen die Papiere im vergangenen Jahr aber hohe Gewinne ab, weil die Kurse kräftig stiegen. Gross ist mittlerweile wieder eingestiegen und erhöhte den Anteil von US-Schuldtiteln an seinem
Total Return Fund im Januar auf 38 Prozent.
Auch Berkshrie investiert in Staatsanleihen
Buffett stellt in seinem Artikel klar, auch seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway halte Milliarden an US-Staatsanleihen. Trotz der niedrigen Zinsen hätten die Papiere einen großen Vorteil: "Sie sind das einzige Investment, das auch unter chaotischen Verhältnissen zu Geld gemacht werden kann."
Diese Eigenschaft wird häufig auch Gold zugeschrieben - das Buffett aber für "nicht sehr nützlich" hält. Während es auf Anleihen zumindest Zinsen gebe, seien die Gewinnchancen von Goldkäufern komplett von der Nachfrage abhängig, schreibt er. Die steige aber nur, solange weitere Investoren aus Angst nach dem Edelmetall griffen.
Dieser Trend könne zwar noch lange anhalten, räumt Buffett ein. Gewinnbringender wäre es für langfristig orientierte Anleger aber, ihr Geld in Rohstoffe oder Aktien zu stecken. Der Star-Investor begründet das mit einem Rechenbeispiel: Für den Wert der weltweiten Goldvorräte von derzeit rund 9600 Mrd. Dollar "könnten wir die gesamte landwirtschaftliche Fläche der USA plus 16 Mal
Exxon Mobil kaufen, das profitabelste Unternehmen der Welt". Die langfristigen Erträge aus diesen Investments könne Gold selbst bei einem weiteren Preisanstieg niemals aufwiegen.
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