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Schlüsselfaktor Vertrauen Optimisten versus Pessimisten

[16:39, 03.01.12]

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Ökonomen sind uneinig, wie stark die Euro-Krise die Investitionslust deutscher Firmen 2012 dämpft. Die Einen rechnen mit einem kräftigen Plus bei den Ausrüstungsausgaben, die Anderen erwarten deutliche Einbrüche.


Sonnenblumen unter dunklem Himmel

 Sonnenblumen unter dunklem Himmel

Die Investitionslust deutscher Firmen hängt 2012 entscheidend an der Lösung der Euro-Krise. Und weil es hier noch immer keinen Durchbruch gibt, klaffen die Prognosen weit auseinander: Rechnen Optimisten vor allem dank niedriger Zinsen mit einem kräftigen Plus bei den Ausrüstungsausgaben, erwarten Pessimisten teils deutliche Einbrüche. „Schon im ersten Quartal dürfte es ein größeres Minus geben“, sagte Timo Klein von der Researchfirma Global Insight. Der Ökonom schätzt, dass die Privatwirtschaft 2012 fünf Prozent weniger für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge ausgeben wird als im vergangenen Jahr.

Ein komplett anderes Bild malen hingegen die Fachleute der DZ Bank, die sogar von einem Investitionsplus um 7,3 Prozent ausgehen. Das wäre nur etwas weniger als im Boomjahr 2011, als die Ausgaben um satte neun Prozent zulegten.

Gegensätzliche Vorstellungen über Entwicklung der Krise

Hinter diesen diametral unterschiedlichen Zahlen der deutschen Prognostiker stehen völlig gegensätzliche Vorstellungen darüber, wie sich die Krise der Euro- Zone in den kommenden Monaten entwickeln und auf die Investitionstätigkeit in Deutschland durchschlagen wird.

Demnach besteht nach Auffassung von Global Insight ein rund 40 prozentiges Risiko, dass es in Griechenland bereits im Februar oder März zu einer umfassenden und offiziellen Umschuldung der griechischen Staatsschulden kommen wird – weil sich die Einsicht durchsetzt, dass die gesteckten Defizitziele nicht mehr erreicht werden können. „Dann dürfte die Angst steigen, dass die Euro-Krise weiter eskaliert, und so den deutschen Unternehmen die Investitionslaune vermiesen“, sagte Klein von Global Insight.

Auch die Prognostiker des Forschungsinstituts IMK sind pessimistisch. Sie rechnen immerhin mit einem schwachen Plus von 0,4 Prozent bei den Ausrüstungsinvestitionen 2012. Schlechtere Geschäftserwartungen bei den Herstellern von Investitionsgütern deuteten bereits auf ein Ende der Erholung hin. „Im Verlauf des Prognosezeitraums verschlechtern sich die Absatzaussichten, da die Weltkonjunktur – vor allem im Euro-Raum – weiter deutlich an Dynamik einbüßen wird“, heißt es im Konjunkturbericht. Besonders die Sparpakete belasteten die Nachfrage der Euro- Nachbarn nach deutschen Produkten. Die Optimisten der DZ Bank betonen hingegen die globalisierte Ausrichtung der deutschen Unternehmen. „Die Weltwirtschaft dürfte 2012 um rund 3,5 bis vier Prozent zulegen. Davon profitiert vor allem die hiesige Wirtschaft“, sagte Michael Holstein, Volkswirt bei der DZ Bank. Der entscheidende Faktor in seiner Prognose: Er erwartet, dass die Euro-Krise sich ab dem kommenden Frühjahr deutlich entspannt. „Dann kommt auch das Vertrauen zurück. Unterstützend wirken dann die hohe Auslastung und der sehr hohe Auftragsbestand“, so Holstein.

Zuversichtlich sind auch die Prognostiker der Researchfirma Kiel Economics. Die Ökonomen glauben, dass die deutsche Wirtschaft einer Rezession in Europa dank niedriger Zinsen trotzen kann. „Die Kapitalmarktzinsen sind auf historischen Tiefständen, und die Realverzinsung ist sogar negativ“, so Carsten-Patrick Meier von Kiel Economics. „Deshalb sind auch die Kreditzinsen deutlich gesunken.“ Ein weiteres Plus: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit sei dank der Abwertung des Euro so hoch wie zuletzt im Jahr 2000. „Allerdings“, so betonte Meier, „ist die Euro-Krise noch nicht ausgestanden.“ Mit anderen Worten: Die deutsche Investitionslust 2012 steht und fällt mit der Lösung der Euro-Krise.

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  3. Die Pessimisten

 

© 2012 ftd, © Illustration: AP

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