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US-Notenbank Bernanke vertagt Entscheidung über neue Konjunkturhilfen

[16:18, 26.08.11]


Der Notenbankchef will erst im September über eine weitere Lockerung der Geldpolitik beraten. Gleichzeitig zeigt er sich enttäuscht über das schwache Wirtschaftswachstum.


 

Die US-Notenbank wird angesichts der Abschwächung des Aufschwungs im September über eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik entscheiden. Die Fed werde ihr monatliches Treffen auf zwei Tage verlängern, um über Möglichkeiten zur Stimulierung der Konjunktur zu beraten, sagte Notenbankchef Ben Bernanke am Freitag auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming.

Viele Marktteilnehmer hatten gehofft, dass Bernanke wie auf der Jackson-Hole-Konferenz vor einem Jahr bereits klare Aussagen über ein neues Konjunkturprogramm machen würde. Die Wall Street reagierte deshalb zunächst enttäuscht, fing sich aber schnell wieder. Nach einem vorübergehenden Einbruch von zwei Prozent drehten der Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 leicht ins Plus.

Bernanke betonte, die Notenbank sei "bereit, ihre Werkzeuge wenn angemessen einzusetzen, um den Aufschwung zu beflügeln". Zu der viel diskutierten Frage, ob die Notenbank ein neues Kaufprogramm für US-Staatsanleihen auflegen wird, äußerte sich der Fed-Chef allerdings nicht.

Die Kurse der Papiere gaben deshalb nach. Die Renditen zehnjähriger Treasuries, die sich gegenläufig zu den Preisen bewegen, stiegen von einem Tagestief bei 2,12 auf bis zu 2,24 Prozent.

Der Goldpreis ging auf Achterbahnfahrt: Unmittelbar nach Bernankes Ansprache fiel der Kurs des gelben Edelmetalls auf ein Tagestief von 1765 Dollar, um wenig später auf ein Hoch von 1794 Dollar emporzuschnellen. Gold ist nicht nur als sicherer Hafen, sondern auch als Inflationsschutz gefragt. Bernankes Absage an eine sofortige Lockerung der Geldpolitik sorgte deshalb zunächst für Verkäufe. Da die Notenbank aber im Herbst über mögliche Konjunkturhilfen beraten will, erholte sich die Notierung schnell wieder.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich beim Dollar-Wechselkurs: In einer ersten Reaktion stieg der Greenback gegenüber dem Euro, weil eine Dollar-Schwemme vorerst ausbleibt. Der Euro machte seine Verluste aber schnell wieder wett, weil Bernanke für die Zukunft nichts ausschloss.

An der Frankfurter Börse überwog deutlich die Einschätzung, dass neue Konjunkturhilfen der Fed nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sind: Der DAX kletterte nach der Rede um rund 100 Punkte und halbierte seine Verluste gegenüber dem Vortag auf ein Prozent.


 

© 2011 ftd, © Illustration: dpa

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