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US-Notenbank Die Bilanz der Dollar-Schwemme

[15:16, 22.06.11]

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600 Mrd. Dollar hat die Federal Reserve seit November in die Märkte gepumpt. Das umstrittene Programm sollte die Konjunktur stützen und den Arbeitsmarkt beleben. Der Erfolg war mäßig - eine Verlängerung ist unwahrscheinlich.


Die Dollar-Schwemme neigt sich dem Ende zu: Die US-Notenbank Federal Reserve wird am Mittwochabend voraussichtlich den Abschluss ihres Programms zum groß angelegten Ankauf von Staatsanleihen bestätigen.

Seit November investierte die Fed rund 600 Mrd. Dollar in Treasuries, diese sogenannte quantitative Lockerung wurde aber von vornherein bis Ende Juni befristet. "Wir gehen nicht davon aus, dass die Fed eine weitere Ankaufwelle einläutet", sagt David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment. Allerdings wird sich die Notenbank nicht vollständig aus dem Bond-Markt zurückziehen: Auslaufende Anleihen sollen vorerst weiter durch den Kauf neuer Papiere ersetzt werden.

Die erste Runde der quantitativen Lockerung - auf Englisch Quantitative Easing - hatte Notenbankchef Ben Bernanke bereits im März 2009 auf den Weg gebracht. Er wollte damit die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen. Indem die Fed Wertpapiere - wie etwa Staatsanleihen - kauft, pumpt sie Geld in die Wirtschaft und kann damit die Konjunktur über die Zinspolitik hinaus stimulieren. Kritiker warnten allerdinfgs von Anfang an vor Nebenwirkungen wie Inflation und Vermögenspreisblasen.

Die zweite Runde des Programms, kurz QE2 genannt, läutete Bernanke im November ein. Seither haben sich die Rahmenbedingungen geändert: "Damals hatten wir schwaches Wachstum und eine im Trend rückläufige Kerninflationsrate. Heute haben wir schwaches Wachstum, aber eine im Trend steigende Kerninflation", so Milleker. Die FTD zieht eine Bilanz des umstrittenen Fed-Programms.

Wie viel Geld hat die Fed insgesamt in die Wirtschaft gepumpt?

Die Fed kündigte im November 2008 den Erwerb von Hypothekenverbriefungen im Umfang von 600 Mrd. Dollar an. Im März 2009 teilte die Notenbank mit, sie werde weitere 850 Mrd. Dollar in Hypothekenverbriefungen und 300 Mrd. Dollar in amerikanische Staatsanleihen stecken. Im November vergangenen Jahres folgte nächste Welle von Anleihekäufen - QE2 genannt. Nach dem Kauf langfristiger Staatsanleihen im Wert von 600 Mrd. Dollar soll das Programm am 30. Juni, also nächste Woche, auslaufen.

Wie steht die US-Notenbank damit im internationalen Vergleich da?

Der Internationale Währungsfonds hat am Wochenende verglichen, wie viel der Staatsschuld in den großen Industriestaaten die Zentralbanken halten. Demnach hat die Fed 15 Prozent der US-Staatsschulden in ihren Büchern - die Bank of Japan hält 7,5 Prozent der japanischen Verbindlichkeiten. Nicht mitgerechnet sind die Hypothekenverbriefungen, die die Fed gekauft hat. Die Bank of England hat ihr Anleihe-Aufkaufprogramm vor einem Jahr eingestellt, hält demnach aber noch immer 16 Prozent der ausstehenden britischen Staatsschuld. Die Europäische Zentralbank, die ihr Programm seit März ruhen lässt, hält als Notenbank für die gesamte Euro-Zone hingegen nur elf Prozent der Staatsschulden Griechenlands, Irlands und Portugals.

Nächster Abschnitt: Was ist mit dem Geld passiert?

In diesem Artikel
  1. Die Bilanz der Dollar-Schwemme
  2. Was ist mit dem Geld passiert?

 

© 2011 ftd.de, © Illustration: Bloomberg

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