Der griechische
Premierminister
eilt seit Wochen von
einem Krisengespräch zum nächsten, verhandelt
in Marathonsitzungen mit Banken,
Internationalem Währungsfonds (IWF)
und Europäischer Zentralbank (EZB) – und
muss sich von anderen belehren und vorführen
lassen. Griechenland, Wiege der
europäischen
Kultur, hat sich zwar angestrengt,
aber die gewünschten Spar- und
Reformziele nicht zur Zufriedenheit der
Troika erreicht. Der Schuldenschnitt ist
nun unvermeidlich. Bald könnte Pedro
Passos Coelho, Regierungschef in Lissabon,
Bekanntschaft mit Papadimos’ Stresslevel
machen: Denn ähnlich besorgniserregend
ist die Lage in Portugal – und das obwohl
dort die Sparpläne aus Brüssel umgesetzt
wurden. Das Fazit der Märkte: Sparen allein
reicht nicht.
Die Situation ist dramatisch. Je nachdem
wie der hellenische Schuldenschnitt
ausfällt, zieht er Banken mit in den Abgrund
– was wiederum andere Länder gefährden könnte. Portugal würde wanken,
die Gemeinschaftswährung weiter an
Glaubwürdigkeit verlieren. So weit die Theorie.
Doch daran glauben die von BÖRSE
ONLINE regelmäßig befragten Experten
nicht: Bernhard Eschweiler von der Silvia
Quandt Bank sagt eine „langsame Stabilisierung
der Euro-Schuldenkrise“ voraus,
die der „Hauptgrund für die erwartete
Erholung
ist“. Ähnlich urteilt Alexander
Krüger vom Bankhaus Lampe: „Die EZB hat
gezeigt, dass sie die Währungsunion nicht
im Stich lassen wird – das stärkt den Euro.“
Vor diesem Hintergrund rechnen die Volkswirte
auf Jahressicht mit einem stabilen
Kurs von im Schnitt 1,31 Euro je Dollar.
Die expansive Geldpolitik der Notenbanken
auf beiden Seiten des Atlantiks hält
sich laut Maxence Mormède von
Allianz
Global Investors die Waage und hält somit
den Euro stabil. Da nun „die wirtschaftlichen
Risiken weiter nach unten zeigen“,
dürfte das seiner Ansicht nach auch so bleiben.
Doch Inflationsgefahren nähmen
„aufgrund der zunächst weltweiten Konjunkturverlangsamung“
ab, meint Klaus
Schrüfer
von der Santander Bank. Die Leitzinsen
sollten daher in den drei wichtigen
Währungen Dollar, Euro und Yen kurzfristig
konstant bleiben.
Die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen
auf Euro-Basis dürften kurzfristig
zwar stabil bleiben, im Laufe der
kommenden zwölf Monate allerdings sinken.
Denn der „Anlagenotstand und der
sichere Hafen Unternehmensanleihen ziehen
weiter Kapital an“, sagt Fondsmanager
Christian Zima von Raiffeisen Capital Management.
Den Beitrag können Sie im neuen Heft von BÖRSE ONLINE, Nr. 07/12, lesen.
Bei Interesse können Sie die Ausgabe selbstverständlich auch zu sich nach Hause bestellen oder direkt ein Abonnenement abschließen. Mehr dazu
hier.
Empfehlen