Als sicherer Hafen profitiert der Dollar von wirtschaftlicher Unsicherheit, sogar wenn der Ausgangspunkt der Verunsicherung in Amerika selbst liegt.
Auf Sicht eines Jahres rechnen die von BÖRSE-ONLINE befragten Experten im Durchschnitt mit einem etwas stärkeren Greenback. Beispielsweise Ulrich Kater von der Dekabank: "Der Pessimismus bezüglich der US-Wirtschaft wird sich zurückbilden, gleichzeitig werden die Sorgen um Euroland wegen der Nachfragedämpfung infolge der staatlichen Haushaltskonsolidierung wieder zunehmen."
Die Notenbanken hätten im gegenwärtigen Umfeld andere Sorgen, als über Zinserhöhungen nachzudenken, vermutet Krüger. Bernhard Eschweiler von Silvia Quandt & Cie. meint: "Der Prozess der Bilanzbereinigung in den Industrieländern ist deflationär. Dazu kommt, dass der Fiskalpolitik die Luft ausgeht und Sparmaßnahmen oft unvermeidbar sind.
Die Geldpolitik muss dem entgegensteuern, auch wenn ihr Hebel limitiert ist." Kater ergänzt: "Die starke Unterauslastung der Kapazitäten wird den Preisauftrieb in Schach halten. Vor diesem Hintergrund sollten die Zentralbanken noch für längere Zeit ihren extrem expansiven Kurs fortsetzen, um die Gefahr eines Deflationsszenarios so gering wie möglich zu halten." Sowohl in den USA als auch in Euroland bleiben die Leitzinsen demnach über die kommenden zwölf Monate auf ihrem Rekordtief.
Trifft das auch auf die Kapitalmarktzinsen zu? Nein, der Anstieg halte sich mit rund einem halben Prozentpunkt für die Renditen zehnjähriger deutscher und US-Staatsanleihen binnen eines Jahres in engen Grenzen, erwarten zumindest die Fachleute. Klaus Schrüfer von der SEB Bank: "Die weiterhin sehr expansive Geldpolitik der Notenbanken stützt die Rentenmärkte.
Da sich die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft fortsetzt, dürften die Renditen von ihren rekordtiefen Niveaus aus dennoch etwas steigen." Für Firmenanleihen erwarten 80 Prozent der Befragten sinkende Aufschläge gegenüber staatlichen Bonds. "Anlagenotstand treibt Investoren in höher verzinste Anlageformen und dämpft damit den Risikoaufschlag", begründet Christian Zima von Raiffeisen Capital Management diese Entwicklung.
Den Beitrag können Sie im neuen Heft von BÖRSE ONLINE, Nr. 37/10, lesen.
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