Von Jean Hoffmann
Die europäischen Börsen haben am ersten Handelstag der neuen Woche Kursgewinne verzeichnet. Auftrieb gab der Handel an der Wall Street. Unter Abgabedruck stand dagegen das SAP-Papier: Die Entlassung des Vorstandschefs zieht die Aktie nach unten.
Europas Börsen haben den Abwärtstrend der letzen drei Handelstage gebrochen: Der Dax gewann 0,9 % auf 5485 Punkte. Der Stoxx 50 rückte 1,1 % auf 2400 Zähler vor. In London fiel der FTSE 100 0,6 % vor, der Pariser CAC 40 tendierte 1,2 % fester.
Die Anleger suchten vor allem in New York nach Orientierung. "Dass die Wall Street nach schwachem Start ins Plus drehte, hat dem Markt Auftrieb gegeben. Die Bewegung wurde in Frankfurt dann genau nachvollzogen: Zuerst gaben wir mit den US-Börsen ab und legten zum Handelsschluss deutlich zu", sagte Fidel Helmer, Leiter des Aktienhandles bei Hauck & Aufhäuser. An Tagen ohne besondere Konjunkturdaten würden die Märkte noch stärker parallel zum US-Handel laufen: "Wir hatten heute kaum Eigenleben."
Die Anleger trennten sich von Bankentiteln: Aktien von
Deutsche Bank ,
Barclays , Unicredit und
ING verloren zwischen 0,2 und 2,1 %. Auf den Kauflisten fanden sich auch die Aktien der
Banco Santander mit einem Aufschlag von 1,9 %. Analysten von Cheuvreux setzten die spanische Bank auf ihre "selected list" - eine Stufe über der bisherigen "outperform"-Bewertung. Der Banken-Branchensektor im Stoxx 600 war mit einem Kursgewinn von 0,3 % einer der schwächsten Sektoren in Europa. Sorgen um die Haushaltslage einiger Euro-Länder hatte den Bankensektor schon am Ende der vergangenen Woche unter erheblichen Abgabedruck gesetzt.gen um die Haushaltslage einiger Euro-Länder hatte den Bankensektor schon am Ende der vergangenen Woche unter erheblichen Abgabedruck gebracht.
Die Aktie von
SAP gab 2,5 % nach: Konzernchef Léo Apotheker trat mit sofortiger Wirkung zurück. Nun soll eine Doppelspitze den Konzern führen: Die Vorstände für Vertrieb und Produktentwicklung, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe werden künftig gleichberechtigte Vorstandschefs. Laut FTD-Informationen musste Apotheker wegen der verschobenen Erhöhung der Wartungsgebühren und mangelnder Akzeptanz bei den Mitarbeitern seinen Hut nehmen.
Papiere des Nutzfahrzeugherstellers
MAN verloren 0,9 %. Das Unternehmen musste den Wert seines Anteils an dem schwedischen Konkurrenten Scania um 350 Mio. Euro nach unten korrigieren. "Analysten hatten bislang im Schnitt mit einer Abschreibung von 270 Mio. Euro gerechnet", sagte ein Börsianer.
Zudem äußerte sich Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen in einem Zeitungsinterview zurückhaltend zu den Aussichten für 2010. Eine Zerschlagung des Unternehmens lehnte der Konzernchef ab. "Warum sollte man über die Zerlegung eines erfolgreichen MAN-Konzerns nachdenken? Transport, Energie und Umwelttechnologie - das sind genau die Märkte der Zukunft. Daran zweifelt niemand", sagte der Manager.
Aktien des Autoherstellers
Daimler gewannen 3,1 %. Das Unternehmen werde Wolfgang Bernhard in den Vorstand berufen, teilte der Konzern mit. Dazu werde Aufsichtsratschef Manfred Bischoff in Abstimmung mit dem Präsidium dem Kontrollgremium vorschlagen, den Vorstand von fünf auf sechs Mitglieder zu erweitern. Bernhard soll verantwortlich sein für Produktion und Einkauf von Mercedes-Benz Cars sowie für die Sparte Mercedes-Benz Vans.
Mit dem derzeitigen Produktionsvorstand Rainer Schmückle würden Gespräche geführt. Nach einem Bericht des "Manager Magazins" verlässt er den Konzern. Der als Sanierer bekannte Bernhard war im vergangenen Jahr zu
Daimler zurückgekehrt und hatte im April die Leitung der Transportersparte übernommen. Analysten werteten es als positiv, dass der Manager an den Kapitalmärkten bereits gut bekannt und bei Restrukturierung und Effizienzsteigerung erfahren sei.
"Wir begrüßen die Entscheidung, ihm mehr Einfluss in der
Daimler AG zuzugestehen, da er für seine Kosteneffizienz bekannt ist. Das sollte sowohl den zukünftigen Erträgen als auch dem Aktienkurs zugute kommen", kommentierte LBBW-Analyst Frank Biller.
Titel der
Deutschen Telekom verteuerten sich um 1,8 %. Experten der WestLB stuften das Papier von "reduzieren" auf "neutral" herauf.
Unternehmen |
Was |
Wann |
|
Audi |
Absatz Januar |
k.A. |
|
Dyckerhoff |
Ergebnis Gesamtjahr |
k.A. |
|
Jenoptik |
Ergebnis Gesamtjahr |
k.A. |
|
Electronic Arts |
Ergebnis Q3 |
k.A. |
|
Qiagen |
Ergebnis Gesamtjahr |
22:00 |
Uhrzeit |
Ereignis |
Prognose |
vorheriger Wert |
|
00:50 |
JP: Leistungsbilanzsaldo Dezember (Mrd JPY) |
1.250 |
1.305 |
|
10:30 |
EU: Sentix-Konjunkturindex Gesamtindex |
-2,70 |
-3,65 |
|
10:30 |
EU: Sentix-Konjunkturindex Lage / Erwartungen |
k.A. |
-17,50 |
!: Termin mit hoher Marktbedeutung
| Unternehmen | ISIN | Aktuell | Veränderung | Details |
|---|---|---|---|---|
| DAX ® | DE0008469008 | 5.945,11 PKT | + 0,28 % |




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