Von Franz-Georg Wenner
An den Aktienmärkten bleibt die Nervosität unter den Investoren auch zu Beginn der neuen Woche hoch. „Die Börse reagiert derzeit vor allem auf negative Nachrichten, und das dürfte vorerst auch so bleiben“, sagte Helge Rechberger, Chef der Aktienmarktanalyse bei der Raiffeisen Zentralbank.
Dank der späten Erholung an den amerikanischen Märkten dürfte der DAX leicht erholt in den Handel starten. Der Future auf den Dow Jones gewann seit Xetra-Schluss am Freitag 0,4 Prozent hinzu. Negative Vorgaben kommen hingegen aus Asien. Sorgen über ausufernde Staatsdefizite in mehreren Euro-Staaten belasteten den Nikkei. Zum Handelsschluss tendierte das japanische Aktienbarometer um 1,1 Prozent tiefer bei 9951 Punkten.
Der DAX wird vorbörslich um 0,4 Prozent fester bei 5457 Punkten gehandelt. Vor allem die Papiere von
Daimler und
Infineon dürften zulegen. SAP-Aktien büßen hingegen leicht ein.
Die
Allianz will nach Angaben des „Handelsblatt“ das Asiengeschäft kräftig ausbauen, um so das langsamere Wachstum der Märkte in Europa und den USA zu kompensieren. Nach Angaben von Vorstand Werner Zedelius rückt vor allem Indien in den Fokus.
Paukenschlag bei SAP: Völlig überraschend ist SAP-Chef Léo Apotheker mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Nun soll es eine Doppelspitze richten: Die Vorstände für Vertrieb und Produktentwicklung, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe werden künftig gleichberechtigte Vorstandschefs. Gerüchten zufolge musste Apotheker wegen der geplanten Erhöhung der Wartungsgebühren und mangelnder Akzeptanz bei den Mitarbeitern seinen Hut nehmen.
Personalentscheidungen könnten auch den Kurs von
Daimler bewegen. Wolfgang Bernhard wird neues Vorstandsmitglied beim Konzern und soll nicht nur die Mercedes-Transportersparte leiten, sondern auch die Produktion und den Einkauf bei der Pkw-Sparte Mercedes-Benz übernehmen.
MAN rechnet in diesem Jahr noch nicht mit einer durchgreifenden Erholung auf dem Markt für Nutzfahrzeuge. „Wir werden 2010 noch das niedrige Niveau von 2009 bekommen. Aber in den letzten Monaten war der Auftragseingang schon besser als ein Jahr zuvor", sagte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen der "SZ". Für das zweite Halbjahr äußerte sich der Manager hingegen verhalten optimistisch: "Ich gehe von einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte aus." Zudem mehren sich die Hinweise, dass
MAN wegen einer millionenschweren Abschreibung auf den Scania-Anteil 2009 in die Minuszone rutscht.
Fester könnten die Papiere von Hugo
Boss und
ProSiebenSat.1 in den Handel starten. Finanzinvestor Permira betonte, dass die Beteiligungen an den Unternehmen längerfristiger Natur sind. Es bestehe die Bereitschaft, 'in Extremsituationen die
Unternehmen auch finanziell weiter zu unterstützen', wird der Deutschland-Chef des Private-Equity-Hauses, Jörg RockenhäuserRockenhäuser, mit Blick auf die Senderkette zitiert.
Dank eines kräftigen Schlussspurts verabschiedeten sich die US-Indizes mit leichten Gewinnen in das Wochenende. Der Dow Jones legte um 0,1 Prozent auf 10.012 Punkte zu, nachdem das Aktienbarometer zeitweise um bis 1,7 Prozent tiefer notierte. Der technologielastige Nasdaq Composite kletterte um 0,7 Prozent auf 2141 Punkte.
Als Grund für die kräftigen Kursverluste in der ersten Handelshälfte verwiesen Händler vor allem auf Sorgen um die Zahlungsfähigkeit von Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. „Wenn ein Land Bankrott geht und kein Geld mehr auftreiben kann, verbreitet sich das über ganz Europa", sagte David Rovelli, Managing Director des US-Aktienhandels bei Canaccord Adams. Hoffnung auf eine Entspannung der Situation in Europa ließ im späten Handelsverlauf die Kurse wieder anziehen. Die Gewinnerliste wurde von Intel-Aktien angeführt, die um 2,4 Prozent zulegten. Deutlich aufwärts ging es auch für Cisco und
Alcoa.




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