Der Deutsche Aktienindex (DAX) hat einen fulminanten Jahresstart hingelegt und ist innerhalb von acht Wochen um mehr als 17 Prozent gestiegen. Nun nähert er sich der runden Marke von 7000 Punkten.

Stefanie Burgmaier, Chefredakteurin
Doch viele Privatanleger stehen trotz des besten Jahresstarts seit 15 Jahren staunend an der Seitenlinie. Nur 20 Prozent der Anleger, die TNS Infratest im Auftrag der DZ Bank befragt hat, wollen in den kommenden Monaten Aktien oder Aktienfonds kaufen. Schließlich erwarten lediglich 27 Prozent der Befragten Gewinne an der Börse, eine fast gleich hohe Anzahl hingegen Verluste. Damit ist die Stimmung so schlecht wie nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008. Woher kommt diese Skepsis? Viele Privatanleger trauen den Versuchen einer Beendigung der europäischen Schuldenkrise nicht. Sie rechnen offenbar damit, dass die Hausse in sich zusammenfällt, wenn die Rettungsaktionen ins Stocken geraten. Da hilft auch die Einigung über das zweite Hilfspaket für Griechenland nur wenig. Das zeigt sich deutlich am Angstbarometer VDAX. Trotz steigender Kurse bleibt die Volatilität auf ungewöhnlich hohem Niveau. In früheren Hausse-Phasen sank die Schwankungsbreite stets, sobald die Kurse anstiegen.
Die Unsicherheit wird bleiben. Doch die Notenbanken und Regierungen sind fest entschlossen, die Schuldenkrise mit Liquidität zu bekämpfen. Und auch wenn Sie als Steuerzahler dieser Geldschwemme skeptisch gegenüberstehen, sollten Sie als Anleger die Effekte nutzen. So ist unklar, ob die
Commerzbank schon ihr endgültiges Geschäftsmodell für die Zukunft gefunden hat, doch die Aktie ist seit Jahresanfang in die Höhe geschossen. Wer der Flop/Top-Strategie von BÖRSE ONLINE zum Jahresanfang gefolgt ist und die Bankaktie zum Preis von 1,30 Euro gekauft hat (Heft 02/12), kann sich heute über einen Kurssprung um mehr als 60 Prozent freuen. Die sich eröffnenden Chancen sollten Privatanleger nutzen. Dafür haben wir in unserer Titelgeschichte untersucht, welche der 30 DAX-Papiere derzeit besonders kaufenswert sind. Denn solange es neben Skeptikern auch Optimisten wie Charttechniker Wieland Staud gibt, der im Jahresverlauf mit einem DAX-Stand von 8000 Punkten rechnet, bestehen gute Aussichten, dass die Rally weitergeht.

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