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Volkswagen-Aktie: Es kann noch viel schlimmer kommen

Volkswagen-Aktie: Es kann noch viel schlimmer kommen

WKN: A0HN4R ISIN: DE000A0HN4R7 Volkswagen AG ab 01.01. - ex Div.

11.03.2016 07:15:00

Volkswagen steht unter Druck. Die Bilanzpressekonferenz und Hauptversammlung wurden verschoben. Die US-Behörden drängen auf eine akzeptable Lösung des Diesel-Skandals. Überraschenderweise halten sich Investoren mit Abverkäufen derzeit zurück. So konnte die Aktie in den vergangenen Monaten einen Boden bilden. Doch die nächste Verkaufswelle kann schnell kommen. Für diesen Fall können Anleger über einen Knock-out-Put profitieren. Von Petra Maier

Das bundesweit erste Verfahren vor Gericht wegen der Software-Manipulation ist ein kleiner Etappensieg für Volkswagen. Ein Bochumer Gericht kam zu der Auffassung, dass der Hersteller oder der Händler keine Verpflichtung hat ein Auto, das mit der Software-Manipulation verkauft wurde, zurückzunehmen. Wohl aber muss der Mangel behoben werden. In Deutschland sind davon rund 2,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge betroffen. Volkswagen will die Wagen Schritt für Schritt in die Werkstätten zurückrufen.

Damit ist der Dieselskandal für Volkswagen noch längst nicht abgearbeitet. Der in den USA zuständige Richter für eine Sammelklage gegen VW hat dem Konzern eine Frist bis 24. März gesetzt. Dann muss Volkswagen eine Lösung für 600000 Dieselautos, die in den USA verkauft und manipuliert wurden, vorlegen. Die Kosten für eine Nachbesserung und etwaige Strafzahlungen verhängt von der US-Umweltbehörde gehen in die Milliarden. Volkswagen hat 6,7 Milliarden Euro für insgesamt mehr als elf Millionen Fahrzeuge in USA und Europa zurückgestellt.

Was VW schon verloren hat, ist das Vertrauen der US-Amerikaner. In einem boomenden US-Automarkt gingen die Absatzzahlen um 13 Prozent zurück. Viel schwerer wiegen die Probleme im wichtigsten Absatzmarkt China, dort verkauft Volkswagen fast die Hälfte seiner Autos. Bereits im Sommer vergangenen Jahres mussten die Niedersachsen ihre Absatzprognose nach unten korrigierten, weil auch die Märkte in Brasilien und Russland stark eingebrochen waren.

Und die Liste der Risiken, die von Investoren im Moment ausgeblendet werden, ist noch lange nicht zu Ende. Im wichtigen Markt Brasilen fallen die Erlöse wie ein Stein. Die Nutzfahrzeugtochter MAN hat Probleme. Zukünftig wird VW weniger Dieselfahrzeuge auch in Deutschland und Europa verkaufen, weil die Konsumenten sich anderen Marken zuwenden. Gleichzeitig sinkt auch der Widerverkaufs-Wert der Fahrzeuge, die die Finanzierungstochter auf dem Buch hat.

Gerade letzterer Punkt kann die Bilanz durcheinanderwirbeln und eine Kapitalerhöhung möglich machen. Anfang Februar verschob Volkswagen die Termine für die Bilanzvorlage auf Ende April und die Hauptversammlung vom 21. April auf frühestens Mitte Juni. Der Grund: "Mit Blick auf noch offene Fragestellungen im Zusammenhang mit den Folgen der Abgasthematik und den daraus resultierenden Bewertungsfragen". Klar ist, je länger die Verhandlungen mit den US-Behörden über etwaige Rückruf- und Reparaturmaßnahmen, Strafzahlungen und jüngst ins Spiel gebrachte Umweltschutzinvestitionen dauern, desto geringer sind die Chancen sämtliche Kosten in die Bilanz für 2015 zu schieben und das laufenden Geschäftsjahr unbelastet anzufangen. Sollte es VW nicht schaffen bis zu den neuen Terminen eine geprüfte Bilanz vorzulegen, wirkt sich das negativ auf den Zugang zu den Finanzmärkten aus.

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Bildquelle: Mark Blinch/Reuters

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