Aktien Frankfurt: Vorsichtige Anleger bremsen Dax vor US-Zinsentscheid aus

Aktien Frankfurt: Vorsichtige Anleger bremsen Dax vor US-Zinsentscheid aus

DAX

15.03.2016 14:47:41

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zurückhaltung der Anleger vor dem Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag nach unten gezogen. Nach der jüngsten Erholungsrally mit vier Gewinnwochen in Folge stand der Leitindex DAX zuletzt 0,72 Prozent tiefer bei 9918,33 Punkten. Durchwachsene US-Konjunkturdaten hatten keinen erkennbaren Einfluss auf die Kurse.

Der MDAX der mittelgroßen Werte verlor zuletzt 0,83 Prozent auf 19 889,03 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDAX gab um 0,86 Prozent auf 1630,66 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroSTOXX 50 sank um 1,06 Prozent auf 3059,34 Punkte.

ERHOLUNG AUSGEBREMST

Am Montag hatte der Dax erstmals seit gut zwei Monaten zwischenzeitlich wieder die viel beachtete 10 000-Punkte-Marke überwunden. Hintergrund war die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank.

"Der Fokus verlagert sich nun auf die heute beginnende Sitzung der US-Notenbank", schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die meisten Experten rechnen allerdings nicht damit, dass die Währungshüter am Mittwoch die Zinsen weiter anheben.

Börsianer am Dienstag verwiesen auch auf den fallenden Ölpreis, der die Unsicherheit weiter verstärke. Außerdem würden die Investoren wegen des zuletzt rasanten Kursanstiegs an den Aktienmärkten jetzt vorsichtig, schrieb IG-Marktstratege Chris Weston.

'US-DATEN SCHÜREN KEINE ZINSERWARTUNGEN'

Vor dem Hintergrund des Zinsentscheids richtete sich der Fokus der Anleger auch auf die aktuellen Daten aus den USA. Diese seien gemischt ausgefallen und schürten per saldo keine Zinserwartungen für die anstehende US-Notenbanksitzung, schrieb Viola Julien, Devisenexpertin bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)

Die Einzelhandelsumsätze waren im Februar weniger als erwartet gesunken, während das für Januar gemeldete, minimale Wachstum auf einen Rückgang revidiert wurde. Derweil stagnierten die Erzeugerpreise im Februar, wogegen Volkswirte einen leichten Anstieg prognostiziert hatten. Die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York hellte sich im März deutlich stärker auf als vorhergesagt.

BANKEN SEHR SCHWACH - VERHANDLUNG ÜBER VERSORGER-KLAGE

Bankentitel gehörten wegen der Unsicherheit der Investoren am Dienstag europaweit zu den größeren Verlierern. Die Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) büßten knapp zweieinhalb Prozent ein und die Commerzbank-Papiere (Commerzbank) verbilligten sich um über anderthalb Prozent. Im MDax rutschten die Papiere des Immobilienfinanzierers Aareal (Aareal Bank) um ebenfalls über anderthalb Prozent ab.

Die Papiere des Versorgers RWE gehörten mit einem Abschlag von fast 2 Prozent zu den größten Dax-Verlierern. Am Vortag hatten sie noch deutlich zugelegt. Bei Konkurrent Eon standen ähnliche Verluste zu Buche. Aktuell verhandelt das Bundesverfassungsgericht über eine Verfassungsbeschwerde der beiden deutschen Energiekonzerne sowie des schwedischen Konkurrenten Vattenfall gegen die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs. Es geht um Schadensersatz in Milliardenhöhe.

GROSSANLEGER REICHEN MILLIARDENKLAGE GEGEN VW EIN

Auch die Vorzugsaktien von Volkswagen (Volkswagen vz) landeten mit einem Abschlag von annähernd 3 Prozent auf den hinteren Plätzen. Der Autobauer steht einmal mehr wegen des Abgasskandals im Mittelpunkt: Institutionelle Großanleger haben die Wolfsburger auf Schadensatz in Höhe von 3,255 Milliarden Euro für erlittene Kursverluste verklagt. Gute Jahreszahlen der Leasing- und Finanzierungssparte halfen dem Aktienkurs nicht.

Bei Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) hatte der offiziell angekündigte Chefwechsel wenig Einfluss auf den Kurs: Mit minus 0,57 Prozent ordneten sich die Aktien des Rückversicherers im Dax-Mittelfeld ein. Im April 2017 löst Vorstandsmitglied Joachim Wenning den seit über zehn Jahren amtierenden Nikolaus von Bomhard an der Konzernspitze ab. Wenning hatte Medienberichten zufolge neben seinem Vorstandskollegen Thomas Blunck schon vorab als möglicher Nachfolger gegolten.

Freude bereitete seinen Anlegern der Autovermieter Sixt. Er kündigte nach einem Rekordjahr eine Rekorddividende und einen Aktienrückkauf an. Die im SDAX notierten Sixt-Stammaktien (Sixt) verteuerten sich um fast 4 Prozent, während die Titel der Leasingtochter Sixt Leasing um zweieinhalb Prozent vorrückten./gl/das

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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