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Andritz-Aktie: Unterschätzte Perle an der Wiener Börse

Andritz-Aktie: Unterschätzte Perle an der Wiener Börse
19.11.2015 07:49:00

Unternehmen, die in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig sind, laufen schnell Gefahr, ineffizient zu werden. Doch es gibt Ausnahmen wie Andritz. Wegen der breiten Aufstellung schlagen Rückschläge in einzelnen Segmenten kaum auf das Ergebnis durch. Damit steigt zugleich die Visibilität, was Investoren sehr schätzen. Wie erfolgreich der Konzern agiert, belegen die Zahlen zu den ersten neun Monaten. Von Franz-Georg Wenner

Während der DAX auch bei den Anlegern in Österreich oft im Fokus steht, interessieren sich die deutschen Anleger derzeit eher selten für Unternehmen, die an der Börse in Wien gelistet sind. Vor einigen Jahren stellten die wirtschaftlich wesentlich engeren Verflechtungen zu den Märkten in Osteuropa durchaus eine verlockende Chance dar, inzwischen sieht die Lage spätestens seit der Krise in der Ukraine ganz anders aus. Die Banken leiden unter faulen Krediten, viele Investitionen wurden gekürzt oder gestrichen. Mit Folgen, nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch den Aktienmarkt. Österreichs Leitindex ATX steht rund 50 Prozent unter dem 2007er-Hoch, während der international vergleichbare DAX Kursindex leicht im Plus liegt. Doch es wäre falsch, die Börse in Österreich zu ignorieren und das Land nur als Urlaubsdomizil zu sehen. Einige Weltkonzerne wie Andritz glänzen mit starken Perspektiven. Seit 2007 hat sich der Kurs verdoppelt, schon bald dürfte das Rekordhoch aus dem Frühjahr fallen.

Doch der Reihe nach. Das familiengeführte Unternehmen ist ungewöhnlich breit aufgestellt: Egal ob Automatisierung, Chemikalien, Energie, Futtermittel, Nahrungsmittel, Bergbau, Faserplatten, Altpapier, Pumpen - die Österreicher bieten Anlagen, Ausrüstungen und Services für viele Branchen an. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, sorgen vier Segmente für Klarheit. Als einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke ist der Bereich Andritz Hydro eine wesentliche Säule des Konzerns und steuerte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres knapp ein Drittel zu den Erlösen bei. Geringfügig größer fallen die Umsätze mit der Zellstoff- und Papierindustrie aus (Pulp&Paper). Mit der Metall verarbeitenden Industrie und Stahlindustrie werden rund 27 Prozent der Umsätze generiert. Der Rest entfällt auf Andritz Seperation mit Systemen für die Behandlung von Industrie- und Abwasserschlamm, Bergbau und die Lebensmittelindustrie. Rund 60 Zukäufe in den vergangenen 20 Jahren hätten so manches Management in Schwierigkeiten bei der Integration geführt. Nicht so bei Andritz. Bei den Zukäufen gelten strenge Regeln. In Frage kommen nur Akquisitionen, mit denen sich die Chance bietet, zu den drei besten im jeweiligen Marktsegment aufzusteigen.

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Bildquelle: ANDRITZ AG, Franz-Georg Wenner

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