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AUSBLICK

BASF-Aktie vor den Zahlen: Chemie-Riese könnte bei Zukäufen die Muskeln spielen lassen

25.02.2016 06:55:30

In der Chemiebranche grassiert das Übernahmefieber. Doch BASF -Chef Kurt Bock lässt sich davon bisher nicht anstecken. Während die Rivalen Mega-Deals eintüten und BASF durch die Fusion von Dow Chemical und DuPont sogar vom Branchen-Thron gestoßen wird, wagt der Chemieriese höchstens kleinere Zukäufe. Aber der Druck auf BASF, bei Übernahmen stärker mitzumischen, steigt - auch weil der Ölpreisverfall die Gewinne schrumpfen lässt.

Zudem sind die Firmenbewertungen in der Branche zuletzt deutlich gesunken, die Preise für Zukäufe wesentlich attraktiver geworden. "Ich wäre schon sehr enttäuscht, wenn 2016 in Sachen Übernahmen überhaupt nichts gehen würde", formuliert Analyst Oliver Schwarz von MM Warburg seine Erwartungen. "2016 muss BASF mal ein bisschen die Muskeln spielen lassen."



Bei der Vorstellung der ausführlichen Bilanz am Freitag richten sich daher alle Augen darauf, wie Bock BASF in dieser Gemengelage positionieren will - und auf den Ausblick für dieses Jahr. Wegen Wertberichtigungen im Öl- und Gasgeschäft brach der Betriebsgewinn (Ebit) 2015 um 1,4 Milliarden auf 6,2 Milliarden Euro ein - diese Hiobsbotschaft hatte BASF schon im Januar verkündet. Eigentlich war nur ein leichter Rückgang erwartet worden. Die Abtrennung des Gashandels- und Speichergeschäfts sorgte für einen Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 70,4 Milliarden Euro.


Für 2016 rechnen Analysten mit weiteren Rückgängen. "Sowohl Umsatz als auch Ebit dürften signifikant unter dem Ergebnis des Vorjahres liegen", erwartet Schwarz. Neben dem Ölpreis würden auch Überkapazitäten in wichtigen Produktgruppen und niedrigere Verkaufspreise belasten.

LETZTE GROSSÜBERNAHME IST JAHRE HER



Wenn die eigenen Geschäfte lahmen, sind Übernahmen ein Mittel für weiteres Wachstum. Auch Bock sieht Zukäufe als "wichtigen Eckpfeiler" der Strategie, wie er zuletzt betonte. Vor größeren Schritten schreckte er bislang aber zurück. "Wir waren in den letzten Jahren relativ vorsichtig bei Zukäufen", hatte Bock im September auf einem Investorentag eingeräumt. "Manche sagen vielleicht, wir haben nicht genug gemacht, wir hatten aber einen klaren Fokus auf organisches Wachstum."

Der Vorstand habe zwar eine Liste von Unternehmen, die er genau verfolge, die Hürden bei Übernahmen seien jedoch relativ hoch, ebenso wie die Vorstellungen bei den Preisen: "Die niedrig hängenden Früchte sind weg", hatte Bock gesagt. Seit vergangenen Herbst hat sich die Lage aber geändert - nach den Kurstürzen an den Aktienmärkten sind auch Chemiefirmen inzwischen deutlich weniger wert. Die Chemiewerte verloren weltweit zwischen Ende November und Mitte Februar zeitweise mehr als 17 Prozent. "Die Äste reichen jetzt wieder näher an den Boden heran", erklärt Analyst Schwarz.

Bald sechs Jahre ist bei BASF die letzte große Übernahme her - der Kauf des Wettbewerbers Cognis für mehr als drei Milliarden Euro. Dieser wurde jedoch noch von Bocks Vorgänger Jürgen Hambrecht eingefädelt. Für ihn war Cognis der dritte Milliardenzukauf binnen fünf Jahren nach der Übernahme des Schweizer Ciba-Konzerns 2009 und des US-Katalysatorenherstellers Engelhard 2006. Bock, der 2011 das Ruder übernahm und zuvor Finanzchef bei BASF war, will da offensichtlich nicht mithalten.






Zwar gab es unter ihm zwei größere Transaktionen im Öl- und Gasgeschäft und die gut eine Milliarde Dollar schwere Übernahme des US-Saatgutspezialisten Becker Underwood 2012. Der große Wurf im Chemiegeschäft blieb bislang allerdings aus.

"Auf alle Fälle steigt der Druck. Aber Bock hat auch versucht, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen", sagt Analyst Schwarz. So musste der BASF-Vorstand seinerzeit einiges an Kritik für das Timing der Ciba-Übernahme einstecken, die am Tag der Lehman-Pleite angekündigt wurde. "Da war auch Bock als Finanzvorstand maßgeblich beteiligt und hat sich vielleicht auch deshalb gescheut, größere Akquisitionen zu machen, weil er weiß, dass damit auch viele Klippen und Gefahren verbunden sind."





DWS-Fondsmanager Christoph Ohme warnt deshalb auch: "Übernahmen sind nicht per se der Heilsbringer. Wir würden uns wünschen, dass BASF mehr Erfolg bei der Verbesserung der Profitabilität bei höherwertigen Chemiespezialitäten und endkundennahen Produkten hat." Wichtig sei auch, dass die Bilanz und die Dividende nicht unter großen Zukäufen litten. "Wir wären daher zufrieden, wenn BASF weiter mittelgroße Übernahmen macht, die dann auch beherrschbar sind."

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Bildquelle: Ina Fassbender/Reuters

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