Belagerte syrische Städte sollen am Montag Hilfe erhalten

Belagerte syrische Städte sollen am Montag Hilfe erhalten
10.01.2016 13:26:52

Beirut (Reuters) - Zehntausende vom Hungertod bedrohte Menschen in belagerten syrischen Orten sollen ab Montag wieder mit Nahrung versorgt werden.

Die Hilfslieferungen sollten gleichzeitig in die belagerte Rebellenstadt Madaja sowie zwei andere Ortschaften gebracht werden, sagten mit den Vereinbarungen vertraute Personen am Samstag. Allein in Madaja sollen nach Einschätzung von Hilfsorganisationen 40.000 Menschen hungern. Die zwei schiitischen Dörfer im Norden des Landes werden von Rebellen belagert. Die letzte Lebensmittellieferung hatte Madaja nach UN-Angaben im Oktober erreicht. Für ein Kilo Reis oder Milchpulver zahlen die Bewohner der Stadt inzwischen Hunderte Dollar.

Bei einem Luftangriff auf eine von Rebellen gehaltene Stadt kamen nach Angaben der Opposition am Samstag unterdessen mindestens 57 Menschen ums Leben. Es seien ein Gefängnis und ein angrenzendes Gerichtsgebäude in Maarat al-Numan in der Provinz Idlib getroffen worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Toten seien neben 23 Kämpfern der islamistischen Nusra-Front auch drei Frauen und mindestens ein Kind. Der Angriff sei mit russischen Kampfflugzeugen erfolgt.

Im syrischen Bürgerkrieg fliegen mehrere Staaten Angriffe auf Stellungen der Gegner von Präsident Baschar al-Assad. Während eine US-geführte Allianz nach eigenen Angaben ihre Angriffe auf radikale Islamistengruppen beschränkt, wird Russland vorgeworfen, auch gemäßigte Aufständische zu bombardieren.

STREIT ÜBER FRIEDENSGESPRÄCHE

UN-Sondergesandter Staffan de Mistura traf sich in Damaskus mit Regierungsvertretern, um die für Ende des Monats geplanten Friedensgespräche vorzubereiten. Die Regierung in Damaskus sagte ihr Kommen grundsätzlich zu, forderte nach Berichten von staatlichen Medien jedoch eine Liste der Teilnehmer aufseiten der Opposition. Die syrische Führung sieht alle Oppositionsgruppen, die auf eine Ablösung Assads drängen, als Terroristen an.

Oppositionspolitiker bezweifelten jedoch, dass die Verhandlungen wie geplant beginnen können. Eine führende Oppositionsgruppe erklärte, es sei inakzeptabel, über einen Frieden zu verhandeln, solange die Bombardierungen anhielten und Menschen verhungerten. Der beste Weg, um die Regierung zum Rücktritt zu bewegen, wäre es, Flugabwehrgeschosse an die Rebellen zu liefern, sagte die Gruppe Armee des Islams.

In dem Bürgerkrieg sind seit 2011 mehr als eine Viertelmillion Menschen ums Leben gekommen. Millionen sind auf der Flucht, viele von ihnen nach Europa.

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