10.01.2016 13:57:01

Bericht - In Netzwerken Aufrufe zur Kölner Silvesternacht


Berlin (Reuters) - Gut eine Woche nach der Silvesternacht werden immer mehr Einzelheiten der Angriffe in Köln bekannt.

Vor den Gewalttaten sollen "nordafrikanische Gruppen offenbar über soziale Netzwerke Landsleute aufgerufen" haben, in die Stadt zu kommen, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Polizeiberichte. Die Kölner Polizei verwies darauf, dass Landesinnenminister Ralf Jäger am Montag den Landtag über die Ermittlungen informieren wolle. Nach Angaben der Kölner Polizei erhöhte sich bis zum Wochenende die Zahl der Strafanzeigen auf 379. In etwa 40 Prozent der Fälle werde unter anderem wegen Sexualdelikten ermittelt. Im Fokus stünden vor allem Nordafrikaner. Die Bundespolizei, die für den Hauptbahnhof selbst zuständig ist, hatte die Zahl der bekannten Verdächtigen auf 32 beziffert, davon 22 Asylbewerber.

Der BamS zufolge sitzen seit Neujahr ein Tunesier und zwei Marokkaner in Untersuchungshaft. Ihnen werde Diebstahl vorgeworfen. Geprüft werde auch, ob sich die Männer an Sexualdelikten beteiligt hätten. Der Pflichtverteidiger der Verdächtigen, Ingo Lindemann, sagte dem Blatt: "Bei unseren Mandanten handelt es sich um moderne Nomaden. Sie sind keine Kriegsflüchtlinge, sondern große Straßenkinder, die mit dem Flüchtlingsstrom durch Europa ziehen." Das Blatt berichtete weiter, bei einem 16-jährigen Marokkaner sei "brisantes Videomaterial" aus der Silvesternacht auf seinem Mobiltelefon entdeckt worden. Zu sehen sei, wie Frauen und Männer eingekreist und bedrängt würden.

MAAS: ANGRIFFE IN SILVESTERNACHT WURDEN VORBEREITET

Bundesjustizminister Heiko Maas bekräftigte, die Angriffe auf Frauen seien organisiert gewesen: Wenn sich eine solche "Horde" treffe, um Straftaten zu begehen, müsse das geplant gewesen sein, sagte der SPD-Politiker dem Blatt. "Niemand kann mir erzählen, dass das nicht abgestimmt oder vorbereitet wurde."

Die "Welt am Sonntag" berichtete über weitere Hinweise auf eine Überforderung der Sicherheitskräfte in Köln. Demnach heißt es in einem internen Bericht der Bundespolizei, wegen des zu geringen Kräfteeinsatzes sei es nicht gelungen, alle Strafanzeigen aufzunehmen. "Auffällig war die sehr hohe Zahl an Migranten innerhalb der polizeilichen Maßnahmen." Auf dem Bahnhofsvorplatz seien Tausende Personen gewesen, "mit Masse Migranten". Ihnen hätten 143 Polizisten und 70 Bundespolizisten gegenübergestanden.

Nach einer Emnid-Umfrage für die BamS haben 49 Prozent der Befragten Angst vor Attacken wie in Köln. 50 Prozent sehen diese Gefahr nicht. Von der Polizei fühlen sich 39 Prozent nicht ausreichend geschützt. 57 Prozent erklären das Gegenteil.

Anmeldung notwendig

Benutzername oder E-Mail:
Passwort:
 
Anmelden
 

Um diese Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Falls Sie noch kein Benutzerkonto bei boerse-online.de besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Eintrag hinzufügen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit