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Bilfinger-Aktie: Konzern schreibt Rekordverlust - Zerschlagung droht

Bilfinger-Aktie: Konzern schreibt Rekordverlust - Zerschlagung droht

WKN: 590900 ISIN: DE0005909006 Bilfinger SE

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02.12.2016 - 17:48
11.02.2016 12:51:00

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat wegen des Einbruchs im Kraftwerksgeschäft im vergangenen Jahr einen Rekordverlust erlitten. Der Nettoverlust war allerdings nicht so hoch wie angekündigt. Nach einem Jahr mit dem höchsten Verlust der Firmengeschichte steht Bilfinger womöglich vor der Zerschlagung.

Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat wegen des Einbruchs im Kraftwerksgeschäft im vergangenen Jahr einen Rekordverlust erlitten. Der Fehlbetrag summiere sich wegen Abschreibungen, eines Verlustes in der Sparte Power und Restrukturierungskosten auf 489 Millionen Euro nach einem Minus von 71 Millionen Euro im Jahr davor, teilte Bilfinger am Donnerstag mit. Nach einem Jahr mit dem höchsten Verlust der Firmengeschichte, die bis 1880 zurückreicht, steht Bilfinger womöglich vor der Zerschlagung: Nicht nur die Krisensparte Power soll verkauft werden, auch das derzeit den Konzern stützende Bau- und Immobiliengeschäft könnte zu Geld gemacht werden.

Klarheit über die Strategie will Vorstandschef Per Utnegaard einem Sprecher zufolge so schnell wie möglich schaffen. Die nächste Gelegenheit dazu ist die Bilanzpressekonferenz am 16. März. Der mit Hilfe des Großaktionärs Cevian, einem schwedischen Finanzinvestor, eingesetzte Norweger hatte im Herbst erst eine Zwei-Säulen-Strategie mit den Sparten "Industrial" und "Building and Facility" als neue Marschrichtung vorgestellt. Dass dies nach der überraschenden Ankündigung des möglichen Verkaufs im Januar schon wieder über den Haufen geworfen wurde, bringt die Gewerkschaften gegen das Management auf.

IG Metall und IG Bauen-Agrar-Umwelt forderten auf Flugblättern, die sie am Mittwoch vor der Zentrale in Mannheim verteilten, vom Vorstand ein neues Konzept und eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Zudem pochen sie darauf, Verkaufserlöse zu investieren und nicht an die Eigner auszuschütten. Davon hätte in erster Linie der mit gut 25 Prozent beteiligte Großaktionär Cevian etwas. Seit dem Einstieg vor fünf Jahren hat Cevian Bilfinger-Aktien für 600 Millionen Euro gekauft und damit nach Reuters-Berechnungen auf dem Papier 100 Millionen Euro Minus gemacht.

Bilfinger würde mit dem Bau- und Immobiliengeschäft seine Ertragsperle aufgeben: Der Umsatz stieg 2015 um neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und damit stärker als der Gesamtumsatz, der um vier Prozent auf knapp 6,5 Milliarden Euro kletterte. Die Sparte ist mit einem Plus beim Auftragseingang von 57 Prozent derzeit der Wachstumsmotor im Konzern. Das Geschäftsfeld hielt die operative Rendite stabil bei 5,1 Prozent, während die Marge im größeren Industriegeschäft um anderthalb Prozentpunkte auf 3,5 Prozent schrumpfte. Die stagnierende Sparte leidet unter zögerlichen Investitionen der Chemie- sowie der Öl- und Gas-Industrie.

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