12.02.2016 18:21:52

Comeback der Finanzwerte hilft Börsen auf die Sprünge


Frankfurt (Reuters) - Die kräftige Erholung bei den Finanzwerte hat Europas Börsen zum Wochenschluss neuen Schwung verliehen.

Dax und EuroStoxx50 legten jeweils um rund 1,6 Prozent auf 8898 und 2728 Punkte zu. Seit Wochenbeginn waren sie um bis zu 6,3 und sieben Prozent abgerutscht. Aufgehellt wurde die Stimmung durch die Zahlen der Commerzbank, die 2015 erstmals seit fünf Jahren wieder einen Milliardengewinn verbuchte. Die Aktien schossen um 15 Prozent in die Höhe, das war der höchste Tagesgewinn seit zweieinhalb Jahren. Nach der Nervosität der vergangenen Tage herrsche nun etwas Erleichterung am Markt, sagte Mark Priest vom Brokerhaus ETX Capital. Auch ein Börsianer konstatierte: "Die Kurseinbrüche waren übertrieben, viele Banken verdienen Geld wie man am Beispiel der Coba sieht."

Die Aktienmärkte und vor allem die Finanztitel rund um den Globus waren zuletzt deutlich eingebrochen, weil Investoren einen Schwächeanfall der Weltwirtschaft und Kreditausfälle im Bankensektor fürchteten. Der europäische Bankenindex hatte an den vergangenen vier Handelstagen fast elf Prozent verloren, die Commerzbank mehr als zwölf Prozent und die Deutsche Bank 10,4 Prozent. Am Freitag notierte der Branchenindex zeitweise 4,2 Prozent fester, die Deutsche Bank legte um bis zu elf Prozent zu.

SPEKULATIONEN AUF FÖRDERKÜRZUNGEN TREIBEN ÖLPREIS

Gestützt wurden die Märkte am Freitag auch durch die Erholung der Ölpreise. Spekulationen auf baldige Förderkürzungen verteuerten Brent und WTI in der Spitze um fast sechs Prozent auf 31,85 und 27,76 Dollar je Fass. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ist die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bereit, über eine abgestimmte Kürzung der Förderung zu reden. Viele Händler blieben allerdings skeptisch, ob sich die Opec-Mitglieder und andere Öl-Exporteure tatsächlich auf eine gemeinsame Förderpolitik einigen werden. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass bislang nach solchen Aussagen keine Taten folgten", schreiben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. "Daher bleibt abzuwarten, ob das dieses Mal anders ist." Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 um fast 75 Prozent eingebrochen, weil der schwächelnden Öl-Nachfrage ein Überangebot gegenübersteht.

FLUCHT IN SICHERE ANLAGE-HÄFEN LÄSST NACH

Das Nachsehen hatte zum Wochenschluss Gold, das in den vergangenen Tagen wie so oft in Krisenzeiten als sicherer Hafen gefragt war. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1237 Dollar je Feinunze - auf Wochensicht steuert Gold mit einem Plus von sechs Prozent allerdings auf den größten Gewinn seit Oktober 2011 zu. Auch die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen ließ spürbar nach: Die Kurse fielen, im Gegenzug stieg die Rendite auf 0,213 Prozent. Am Donnerstag war sie auf ein Zehn-Monats-Tief von 0,133 Prozent gefallen.

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