13.01.2016 18:11:53

Dax-Anlegern geht die Puste aus - Ölpreis schwankt stark


Frankfurt (Reuters) - Die Turbulenzen an den Ölmärkten haben am Mittwoch die Aktienanleger weltweit wieder eingeholt.

Die Gewinne vom Vormittagshandel schmolzen bis zum Handelsschluss dahin. An den Ölmärkten stabilisierten sich die Preise nur zeitweise. Der Wochenbericht des US-Energieministeriums drückte die Preise wieder in den Keller.

Der Dax schloss mit 9960,96 Punkten 0,3 Prozent niedriger, der EuroStoxx50 ging nahezu unverändert aus dem Handel. An der Wall Street lagen der Dow-Jones- und der S&P500-Index zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus. "Die jüngste Erholungsbewegung wird damit postwendend für Gewinnmitnahmen genutzt. Ein Zeichen für die weiterhin große Skepsis an den Aktienmärkten", fasste IG-Marktes-Analyst Gregor Kuhn zusammen.

Am Vormittag hatte die Erleichterung über chinesische Handelsdaten den Dax noch um bis zu 1,8 Prozent auf 10.164,05 Punkte geschoben. Die Ausfuhren des Exportweltmeisters China waren im Dezember weniger stark gefallen als befürchtet. Nachdem US-Leichtöl der Sorte WTI am Vorabend zeitweise erstmals seit Dezember 2003 unter 30 Dollar je Barrel (159 Liter) gefallen war, hatten sich zunächst die Preise etwas erholt. Doch lag dies laut Händlern vor allem an der Spekulation auf einen Rückgang der US-Ölbestände. Diese wurde am späten Nachmittag aber enttäuscht[nL8N14X3VC]: WTI verbilligte sich daraufhin wieder um 1,1 Prozent auf 30,10 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent fiel um 1,8 Prozent auf 30,32 Dollar und kostete damit so wenig wie zuletzt im April 2004.

Zwar wird der Verfall des Ölpreises von vielen Unternehmen und Verbrauchern positiv gesehen. Doch signalisiert er nach Einschätzung von Börsianern auch eine schwächelnde Konjunktur. Besonders nervös machten die hohen Schwankungen, sagten Händler. So sprangen die Preise am Nachmittag heftig hin und her.

VERSORGER ERNEUT VON ANALYSTEN EMPFOHLEN UND AN DAX-SPITZE

Im Dax waren erneut E.ON und RWE mit Kursgewinnen von vier und 3,6 Prozent die Top-Favoriten. Analysten der UBS empfahlen E.ON zum Kauf. Schon am Dienstag hatten Experten der Deutschen Bank den Daumen für E.ON und den Rivalen RWE gehoben. 2015 hatten RWE 54 Prozent und E.ON 37 Prozent eingebüßt. Unter die Räder kamen am Mittwoch dagegen die Autowerte: BMW verloren 2,3 Prozent, Daimler 1,3 Prozent und VW 0,4 Prozent.

An der Wall Street griffen die Anleger bei GM zu: Der Opel-Mutterkonzern hatte seine Gewinnprognose hochgeschraubt und will seine Eigner mit einem größeren Aktienrückkaufprogramm beglücken[nFWN14W053]. Die Aktien stiegen zeitweise um 5,3 Prozent und notierten zum europäischen Handelsschluss noch 1,7 Prozent höher. Lange Gesichter gab es dagegen bei Ford. Der GM-Rivale plant zwar eine Sonderausschüttung, enttäuschte die Anleger aber mit seinem Ausblick[nL8N14W58V]. Die Titel verloren rund vier Prozent.

Spekulationen auf enttäuschende Zahlen drückten im MDax Zalando um 4,7 Prozent ins Minus. Börsianern zufolge hatte der Online-Händler in einem Schreiben an Analysten betont, dass sich das Unternehmen trotz aller Anstrengungen nicht vom schwachen Branchenumfeld abkoppeln könne[nL8N14X2B7]. Noch schlechter erging es Südzucker, die um 14 Prozent einbrachen. Nach der Vorlage von Zahlen machten die Anleger Kasse, sagten Händler[nL8N14X1PV].

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