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29.02.2016 06:00:00

Analyse

Deutsche Bank-Aktie: Strategie dringend gesucht - Krisenfall Deutsche Bank


Kursabsturz Milliarden-schwere Rechtsstreitigkeiten, dicke Image-Kratzer, und Zweifel an ihrer Kapitalstärke - die Deutsche Bank steckt in der wohl schwersten Krise ihrer langen Gechichte. Wie Deutschlands wichtigstes Geldhaus in diese missliche Lage geraten ist und wie die Aussichten auf Besserung sind.



Februar 2016: In den Doppeltürmen im Frankfurter Bankenviertel ist die Nervosität groß. Die Führung der Deutschen Bank sieht sich gezwungen, gleich mehrfach zu beteuern, dass das Geldhaus ausreichend Reserven hat, um seine Schulden am Anleihemarkt zu bedienen. Vorstandschef John Cryan schreibt in einem Brief an die Mitarbeiter: "Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist."Ein ungewöhnlicher Schritt, der auch leicht nach hinten losgehen kann. Wie konnte das einstige Aushängeschild der deutschen Wirtschaft in so eine missliche Lage geraten?


Jahrelang drehte die Deutsche Bank ein großes Rad auf dem Kapitalmarkt, doch inzwischen laufen ihr die Aktionäre in Scharen davon. Der Absturz von Deutschlands größtem Geldhaus ist dramatisch: Die Börse taxiert die Bank mittlerweile nur noch auf gut 20 Milliarden Euro. Allein seit Jahresbeginn wurden fast zehn Milliarden Euro an Wert vernichtet - so viel kostet nicht einmal die gesamte Commerzbank.


Branchenexperten gehen auf Ursachenforschung. Sie verweisen auf die Unentschlossenheit der Bank in ihrer Strategiesuche, die nun schon etliche Jahre andauert. "Die Deutsche Bank ist irgendwo in der Mitte steckengeblieben, verloren zwischen ihren globalen Ansprüchen und ihrem vernachlässigten Heimatgeschäft", sagt ein hochrangiger Bankberater. "Universalbank ohne klare Stärke funktioniert nicht."

Zwar haben alle Großbanken einen schwachen Start ins Börsenjahr 2016 hingelegt. Aber in Europa sind die Kursverluste besonders groß. Die Anleger glauben nicht daran, dass die hiesigen Geldhäuser schnell wieder zu Gewinnmaschinen werden - anders als die Rivalen an der Wall Street, die dank ihrer beherzten Aufräumarbeit nach der Finanzkrise und der anziehenden US-Wirtschaft längst Oberwasser haben.

Die dauerhaften Niedrigzinsen in der Euro-Zone sind dabei aber nur ein Aspekt. Diesseits des Atlantiks schlummerten einfach noch immer zu viele faule Kredite und alte Rechtsstreitigkeiten in den Bilanzen, sagt Branchenexperte Matthias Memminger von der Beratungsfirma Bain & Company. Das sei für die Anleger wie eine "Black Box". "Und zweitens fragen sich die Investoren bei etlichen Häusern, wie nachhaltig deren Geschäftsmodell ist. Gefragt sind Banken mit aufgeräumter Bilanz und stabilem Cashflow."

Das setzt voraus, dass sich Banken genau überlegen, womit sie künftig noch Geld verdienen wollen. Sie brauchen ein klares Profil, ein Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz. Und eben das habe die Deutsche Bank nicht, sagen auch andere Experten hinter vorgehaltener Hand. Das Institut habe sich seit 2008 zwar permanent mit der Suche nach einer Strategie befasst, erst unter Josef Ackermann, dann unter Anshu Jain, jetzt unter Cryan. Aber die Antworten seien nicht überzeugend. Denn die Frankfurter wollen auch in Zukunft von allem ein bisschen machen: Investmentbanking, Privatkundengeschäft, Vermögensverwaltung. "Globale Universalbank" heißt das Schlagwort.

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Bildquelle: Ralph Orlowski/Reuters

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