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Deutsche Bank-Aktie erholt sich nur vorübergehend - Konzern verspricht Anleihe-Investoren ihr Geld

Deutsche Bank-Aktie erholt sich nur vorübergehend - Konzern verspricht Anleihe-Investoren ihr Geld

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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26.08.2016 - 17:53
09.02.2016 13:25:00

Die Deutsche Bank hat mit ihrem Zahlungsversprechen an Bond-Investoren nur vorübergehend für Beruhigung gesorgt. Nach dem dramatischen Absturz zu Wochenbeginn verlor die Aktie von Deutschlands größtem Geldhaus am Dienstag erneut fast zwei Prozent und damit stärker als der Leitindex Dax.

Anfängliche Gewinne wurden schnell wieder abgegeben. Das Papier kostet weiter deutlich weniger als 15 Euro - in den besten Zeiten waren es einmal über 100 Euro. Viele Anleger sind verunsichert angesichts tiefroter Zahlen und milliardenschwerer Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten. "Die Investoren haben komplett den Glauben an die Bank verloren", fasst es ein Großaktionär des Instituts zusammen. Der neue Bank-Chef John Cryan habe daran bislang nichts ändern können.

Nach der gestrichenen Dividende waren am Markt zuletzt Sorgen laut geworden, dass die Deutsche Bank auch kein Geld haben könnte, um ihre neuartige Anleihen (Contingent Convertible Bonds, "CoCos") zu bedienen. Sie wurden erst 2014 im Volumen von rund fünf Milliarden Euro ausgegeben und werfen für die Anleger vergleichsweise hohe Zinsen ab - in einzelnen Tranchen mehr als sieben Prozent. Der Branchenprimus sah sich am Montagabend gezwungen, zum wiederholten Mal binnen weniger Tage zu bekräftigten, dass es keinen Grund zur Unruhe gebe: Die fälligen Zinszahlungen von je 350 Millionen Euro 2016 und 2017 seien gesichert. Nach Konzernangaben steht dafür dieses Jahr rund eine Milliarde Euro bereit. 2017 dürften es demnach sogar 4,3 Milliarden sein, weil die Bank mit Sondererlösen etwa aus dem Verkauf der knapp 20-prozentigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank rechnet. Außerdem stünden zusätzliche Mittel zur Verfügung, um gegebenenfalls auftretende Verluste auszugleichen, hieß es.

Damit wird aber auch klar: Die Deutsche Bank geht an die Reserven, um sich die "CoCos" als neues Refinanzierungsinstrument nicht gleich wieder kaputt zu machen. Der Vertrauensverlust wäre enorm. Auch dieses Jahr ist wegen diverser Sonderlasten ein Verlust nicht ausgeschlossen, wie der Vorstand bereits eingeräumt hat. Das Analysehaus CreditSights schrieb in einem Kurzkommentar, die Bank bleibe verwundbar. Immerhin sei jetzt aber ein bisschen "Hysterie" aus dem Markt verschwunden.

"CoCos" sind eine Antwort auf die neuen Anforderungen der Aufseher, die den Steuerzahler bei künftigen Bankenrettungen schonen wollen. Fällt die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank im Krisenfall unter 5,125 Prozent, dann werden die Papiere vorübergehend abgeschrieben, die Anleger verlieren ihren Einsatz. Doch kann die Bank das Geld zurückzahlen, wenn es ihr besser geht.

Reuters

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