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Deutsche Bank-Aktie fällt nach Rekordverlust zeitweise um 10 Prozent - Ende der Schonfrist für Cryan

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG
12,88 EUR
-0,29 EUR -2,20 %
26.07.2016 - 17:59
22.01.2016 07:44:00

Nach dem größten Jahresverlust in der Geschichte der Deutschen Bank steigt der Druck auf den neuen Vorstandschef John Cryan. Auf fast sieben Milliarden Euro summierte sich das Minus 2015, weil nach wie vor unzählige Skandale auf dem Konzern lasten und die Umbauarbeiten viel Geld verschlingen. Die Aktie der größten deutschen Bank brach zeitweise um fast zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren ein.

Nach dem größten Jahresverlust in der Geschichte der Deutschen Bank steigt der Druck auf den neuen Vorstandschef John Cryan. Auf fast sieben Milliarden Euro summierte sich das Minus 2015, weil nach wie vor unzählige Skandale auf dem Konzern lasten und die Umbauarbeiten viel Geld verschlingen. Cryan muss die renditeschwache Bank wieder auf Vordermann bringen und nimmt dafür kurzfristig Schmerzen in Kauf. Einziges Problem: Ein Ende der Rosskur ist nicht in Sicht und nun schwächelt auch noch das Tagesgeschäft. Die Erträge bröckeln. Nach einem halben Jahr im Amt läuft die Schonfrist langsam ab, mahnen erste Aktionäre. Und auch in der Belegschaft scheint die Aufbruchstimmung verflogen.

Die Ernüchterung zeigte sich am Donnerstag an der Börse: Die Aktie der größten deutschen Bank brach zeitweise um fast zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren ein. Erste Analysten glauben wieder an eine Kapitalerhöhung. Die wäre beim aktuellen Kurs eine Mammutaufgabe. Etwas mehr als 16 Euro kostet das Papier noch. In den besten Zeiten - im Mai 2007 kurz vor der Finanzkrise - waren es 103 Euro. Seit Cryans Amtsantritt am 1. Juli büßte die Aktie 38 Prozent ein - weit mehr als der deutsche Leitindex Dax (minus 14 Prozent) und der europäische Bankenindex (minus 29 Prozent).

DAS ENDE DER SCHMERZEN?



Umgebaut wird bei der Deutschen Bank schon seit Jahren. 2014 stand aber immerhin noch ein Überschuss von 1,7 Milliarden Euro zu Buche. Cryans Vorgänger Anshu Jain hatte tiefe Einschnitte, etwa in seinem Stammgeschäft Investmentbanking, lange gescheut. Cryan handelte, stutzte zahlreiche Bereiche und stockte jetzt die Rückstellungen für Rechtsstreits um eine weitere Milliarde auf 5,2 Milliarden Euro auf. Selbst das wird nicht reichen, warnen Manager. Am meisten brennen den Frankfurtern weiter US-Hypothekenklagen unter den Nägeln. Für den geplanten Jobabbau, der alleine in Deutschland 4000 Stellen vornehmlich im Privatkundengeschäft kosten wird, legte Cryan eine weitere Milliarde zur Seite. In einem Mitarbeiterbrief warb er abermals um Vertrauen: "Die genannten Belastungen sind die Konsequenz aus den notwendigen Entscheidungen, die wir im Rahmen der Strategie 2020 getroffen haben." Am Ende werde die Bank einfacher und effizienter sein.

So mancher Branchenkenner war allerdings überrascht, wie viele Sonderlasten Cryan ins Schlussquartal 2015 packte, das deshalb ebenfalls einen Verlust auswies: unter dem Strich zwei Milliarden Euro. "Ist das jetzt der große Kehraus oder kommt da noch mehr? Ständiges Nachjustieren kostet Vertrauen", unkt Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment. Sie ist mit etwa 0,7 Prozent einer der Top-20-Aktionäre der Bank, hat ihren Anteil zuletzt aber reduziert.

Bislang verwies das Management darauf, ohne Berücksichtigung der Einmalposten stehe die Deutsche Bank recht gut da. Doch auch diese Rechnung scheint nicht mehr aufzugehen. Im vierten Quartal schrumpften die Erträge auf 6,6 (Vorjahr: 7,8) Milliarden Euro, was offenkundig der anhaltenden Flaute im Investmentbanking geschuldet ist. Dass vor allem der wichtige Anleihehandel nicht mehr läuft, hatte sich in dieser Woche beim Erzrivalen Goldman Sachs gezeigt. Details zum Geschäft der Deutschen Bank will Cryan Ende kommender Woche präsentieren. Die Aktionäre werden ungeduldig. "Man braucht Klarheit, wie es mit den Erträgen in den nächsten zwölf bis 18 Monaten weitergeht, gerade in diesem volatilen Marktumfeld", sagt Speich. Und ein Top-10-Investor mosert: "Wo sind mit den fallenden Erträgen die versprochenen sinkenden Kosten? Das sehe ich nicht."

Auf Seite 2: "NICHT DER OPPOSITIONSFÜHRER"



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Bildquelle: Reuters

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